SoVD-Landeschef Klaus Wicher überreicht Michél Schmidt und Gudrun Toporak-Schmidt von der Tafel die Gutscheine. Foto: Susanne Rahlf/SoVD
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Spende vom Sozialverband Deutschland (SoVD)

Susanne Rahlf (SoVD), Wilhelmsburg

Vor einem kleinen weißen Deichhaus direkt gegenüber vom Stübenplatz in Wilhelmsburg sitzen einige Menschen auf Bänken in der Sonne. Die Türen sind weit geöffnet. Im Innenraum stehen gemütliche Sofas, hinter einer Durchreiche sieht man in eine blankgeputzte Küche. Hier, am Vogelhüttendamm 55, befindet sich die Arbeitsloseninitiative Wilhelmsburg, hier befindet sich auch die Ausgabestelle der dortigen Tafel.

„Wir haben hier an sechs Tagen in der Woche geöffnet. Und seit Anfang Juni gibt es bei wieder einen Mittagstisch, bei dem bedürftige Menschen für 2,50 Euro ein gutes und gesundes Essen bekommen“, erzählt Gudrun Toporan-Schmidt. An vier Standorten auf der Veddel und in Wilhelmsburg gibt die Tafel Lebensmittel aus. Gespendet wird vor allem vor allem von den örtlichen Händlern und Supermärkten. Um die 400 Wilhelmsburger nutzen pro Woche das Angebot.

Vier Euro zahlen sie und bekommen dafür von Grundnahrungsmitteln, über frischem Obst und Gemüse bis zu Hygieneartikeln alles, was für den täglichen Bedarf wichtig ist.
Die Keimzelle der Tafel war ein Selbsthilfeprojekt für Arbeitslose, das der Pastor der Emmaus-Gemeinde 1984 gründete. Als erstes wurden eine Kleiderkammer und eine Fahrradwerkstatt eingerichtet. Fünf Jahre später wurden diese Angebote in dem Verein  Arbeitsloseninitiative Wilhelmsburg zusammengefasst.

Die Tafel Wilhelmsburg, kam 1994 hinzu und ist inzwischen das zentrale Projekt des Vereins. Knapp 20 Jahre ist nun schon das Alte Deichhaus im Quartier: „Wir haben 30 Ehrenamtliche, die sich bei uns engagieren, ohne sie geht gar nichts“, berichtet Michél Schmidt, der die Arbeitsloseninitiative betreut und im Vorstand der Tafel sitzt. Hinzu kommen viele, die ihre vom Gericht auferlegten Sozialstunden ableisten. Viele machen danach weiter: „Wer anfängt, bei uns mitzuhelfen, bleibt meist lange da.“

Trotz aller Unterstützung, es bleibt schwer für die Wilhelmsburger Initiative, allen gerecht zu werden, denn der Verein finanziert sich zum großen Teil selbst. Umso mehr freuten sich Marcél Schmidt und Gudrun Toporak-Schmidt über die knapp 50 Einkaufsgutscheine, die der Hamburger SoVD zu Verfügung gestellt hat. SoVD-Landeschef Klaus Wicher nutzte die Gelegenheit, sich über die Einrichtung zu informieren: „Es macht mir große Freude, zu sehen, was hier trotz klammer Finanzlage für Bedürftige auf die Beine gestellt wird.“

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