Klare Ansage: Headcoach Sükran Gencay bei der Teambesprechung mit den ETV-Basketballern, die in den vergangenen drei Jahren zweimal aufgestiegen sind. Foto: Ralf Siggelkow

Interview mit Sükran Gencay, die mit den ETV-Basketballern in die dritte Liga aufgestiegen ist

Matthias Greulich, Eimsbüttel

Headcoach Sükran Gencay
Foto: Patrick Meller

Coronabedingt wurde der Aufstieg in die höhere Liga 2. Basketball-Bundesliga ProB, die dritthöchste deutsche Spielklasse, nicht ausgespielt, sondern auf dem Papier entschieden. Die ETV-Basketballer, die souverän die Tabelle der Regionalliga-Nord anführten, wurden zum Regionalliga-Meister erklärt und für den Aufstieg qualifiziert. Headcoach Sükran Gencay erfuhr per E-Mail über den wohl ungewöhnlichsten Meistertitel in der Geschichte der Regionalliga und informierte ihre Spieler per WhatsApp. Ein Interview mit der 34-jährigen Trainerin.

Die Verantwortlichen der Towers sagten kürzlich, sie wollten im Breitensport der „ETV Wilhelmsburgs“ werden. Sind die ETV-Basketballer bereits die Towers Eimsbüttels? Sükran Gencay: Die Towers sind eine sehr starke Organisation und ein Mehrwert für unsere schöne Stadt. Wir haben aber schon immer unsere eigene Identität gehabt, die wir weiterhin erhalten und stärken wollen. Wir sind der ETV Basketball für Eimsbüttel und Hamburg!

Wie ist die Resonanz aus Eimsbüttel auf den Aufstieg, wird es einen Hype wie bei den Towers geben? Wir merken auf jeden Fall ein erhöhtes Interesse und die Aufmerksamkeit ist definitiv da. Ob es einen Hype geben wird kann ich, vor allem bedingt durch die Corona-Pandemie, nicht sagen, aber ich bin mir sicher es wird eine aufregende sowie spannende Saison. Wir wollen in jedem Fall weiter Basketball spielen der begeistert und mitreißt.

Wie läuft das Crowdfunding für die neue Saison in der 2. Bundesliga? Das Crowdfunding wurde sehr gut angenommen und ich bin sehr dankbar für die vielen Supporter. Es zeigt mir ganz deutlich, dass wir den Rückhalt unserer Fans haben. Ich hoffe das bis zum 28. Juni noch einiges zusammenkommt, denn jede Spende hilft uns.

Wie hoch wird der Trainingsaufwand in der 2. Bundesliga werden, kann man das noch nebenberuflich leisten? Ich gehe davon aus, dass wir fast täglich trainieren werden. Der Aufwand ist also deutlich höher. Es ist aus meiner Sicht die letzte Spielklasse in der es grundsätzlich noch möglich ist dies nebenberuflich zu leisten. Ein außerordentlich gutes Zeitmanagement, Hingabe und Überzeugung sowie ein sehr starker Wille sind aber Grundvoraussetzungen. Ohne diese Faktoren wäre die Doppelbelastung nicht tragbar beziehungsweise erfolgsversprechend.

Was bedeutet es für Sie als Headcoach? Es bedeutet das gleiche wie für meine Spieler auch. Ich werde mich der Herausforderung stellen und alles dafür tun meinem Team auch in dieser Liga helfen zu können. Zum einen werde ich mir etwas Zeit verschaffen, indem ich unter anderem das erste Mal seit über 18 Jahren darauf verzichten werde, selbst aktiv zu spielen. Zum anderen werde ich nächste Saison mit zwei sehr guten und kompetenten Assistenztrainern arbeiten, die mich ergänzen und zum Beispiel bei beruflich bedingten Terminkonflikten ohne Probleme entlasten und vertreten können.

Werden Sie neue Spieler holen? Ja, wir werden uns punktuell verstärken.

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Halle für 500 Fans

Rund 20.000 Euro werden in die neue Spielstätte am Lokstedter Steindamm investiert, unter anderem in eine neue Korbanlage und eine Anzeigetafel. Im Sportzentrum Hoheluft finden rund 500 Zuschauer Platz, Mindestanforderung für die ProB. Um den Bundesliga-Traum nun wahr werden zu lassen, starteten die Basketballer Anfang Mai eine Crowdfunding-Aktion mit der Hamburger Volksbank, die ab einer Spende von 25 Euro jeweils 25 Euro dazu gibt. Die Aktion ist auf Ende Juni begrenzt, in dieser Zeit sollen 15.000 Euro gesammelt werden, um insbesondere die aufwendigen Auswärtsfahrten bezahlen zu können.

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