Schulsenator Ties Rabe hat die Lernferien-Angebote initiiert. Foto: BSB
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Schüler können Stoff nachholen: Volkshochschule und Schulen bieten freiwillige Lernkurse mit Anmeldung

Gaby Pöpleu, Hamburg

Lernen in den Ferien? Das hören viele Schüler ungern. Doch bei vielen, besonders jenen, die zu Hause wenig Unterstützung hatten, entstanden wegen der in den vergangenen Monaten geschlossenen Schulen wohl doch Lücken, die sie nun – freiwillig – ausgleichen können: In sozial schwierigen Stadtteilen gibt es ein festes Angebot durch die Volkshochschule (VHS), in anderen Stadtteilen organisieren die Schulen selbst etwas.

Schulsenator Ties Rabe hatte Hilfe angeboten: Hamburger Schüler könnten mit zusätzlichem Unterricht in den Sommerferien Wissenslücken ausgleichen. Damit war der Schulsenator zunächst auf erbosten Widerstand von Lehrern gestoßen: Während Elternvertreter das Angebot überwiegend begrüßt hatten, hatte die Lehrergewerkschaft GEW von einer „Zumutung“ gesprochen und jede Art von Überstunden abgelehnt. Die Vereinigung der Schulleiter an Stadtteilschulen hatte geschrieben, dass die Forderung nach einer Ferienschule „an Rücksichtslosigkeit kaum zu überbieten“ sei. Nach einer Abfrage der Schulbehörde sind an einigen Schulen auch nur bis zu 30 Prozent der Lehrer einsatzfähig.

Unterschiedliche Angebote in verschiedenen Stadtteilen

Die VHS springt jetzt in die Bresche, organisiert quasi „Lernferien light“: An Schulen in sozial benachteiligten Stadtteilen bietet sie in diesen Sommerferien für Schüler von der Vorschule bis Klassenstufe neun kostenlose Lernkurse zum Aufholen verpasster Lerninhalte. Die Kurse kaufen in den letzten drei Ferienwochen an fünf Tagen pro Woche für je drei Stunden. Schüler sollen hier am besten für zwei Wochen einen Kurs belegen und sich dafür verbindlich anmelden.

In den übrigen Stadtteilen organisieren die Schulleitungen Lernferien-Angebote. Die Schulen müssen das aber nicht in den Sommerferien umsetzen sondern können auch andere Ferienzeiten festlegen, beispielsweise die Herbstferien. Die Schulbehörde rechnet damit, dass zwischen 10 und 20 Prozent der Schüler das Angebot annehmen wird.

Stichwort Ferienbetreuung: In den Ferien sind die Schulen außerdem wieder für die – kostenpflichtige – Betreuung wochentags von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Hier bieten vor allem Jugendhilfe-Einrichtungen und Vereine ein Programm mit Freizeitcharakter. Das soll in diesem Jahr wo immer möglich an der frischen Luft stattfinden. Ferienbetreuung und Lernferien können kombiniert werden, wer wenig Geld hat, kann sich von den Gebühren befreien lassen. An der Ferienbetreuung hatten im vergangenen Jahr rund 31.600 Kinder teilgenommen.

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