Schöne Erinnerungen: In den sozialen Medien wurde Jeremy Wachter (1. Reihe, 4. v. r.) vom TuS Osdorf so verabschiedet: „Schreib nun das nächste Kapitel Deiner Karriere. Und sonst gilt der Gassenhauer aus St. Pauli ,Junge – komm bald wieder ...’. Wir haben Dir zu danken und würden Dich gerne gebührend verabschieden. Lass es krachen!“ Foto: archiv/rp

Fußball: Der Osdorfer Publikumsliebling Jeremy Wachter wechselt zu Altona 93

Mateo Schneider, Hamburg-West Nun also doch. Was kaum noch jemand für möglich gehalten hätte, ist passiert: Jeremy Wachter verlässt den Fußball-Oberligisten TuS Osdorf. Der 27jährige Mittelstürmer hat sich dem Regionalligisten Altona 93 angeschlossen. Im März 2019 hatte Wachter seinen Vertrag noch bis 2022 verlängert.

Ein Wechsel, der Fragen aufwirft. Der Verein verliert das „Gesicht des Osdorfer Erfolgs“, so Ligamanager Cemil Yavas anlässlich der Vertragsverlängerung. 119 Tore in 148 Oberligaspielen hat die stürmende Torgarantie für seinen „Herzensklub“, wie Wachter oft betont hat, erzielt. Schon allein deswegen muss der Angreifer auch auf dem Zettel von Vereinen mit besserer sportlicher Perspektive als dem hamburgischen Traditionsklub, der seit Jahren vergeblich versucht, sich in der Regionalliga zu etablieren, gestanden haben. Zu einem solchen Wechsel ist es bislang jedoch noch nicht gekommen.

Geerdet, sympathisch, Straßenfußballer

Der geerdete und sympathische Wachter ist ein klassischer Vertreter der beinahe ausgestorbenen Spezies der „Straßenfußballer“. In dieser Beziehung scheint der Osdorfer Born, wo Wachter aufgewachsen ist, ein ausgezeichnetes Pflaster gewesen zu sein. Ausgestattet mit einem herausragenden Torinstinkt, laufstark und einsatzfreudig, hat sich der 2015 vom SV Rugenbergen II an den Blomkamp gekommene Linksfuß im Zuge der Osdorfer Erfolgsgeschichte unter Trainer „Piet“ Wiehle von kaum jemandem erwartet sprunghaft entwickelt.

„Wenn es klappen würde, würde ich es auch hauptberuflich machen“, hat Wachter dem Sender „elbklick.tv“ einmal anvertraut. Dem Vernehmen nach soll der seit Monaten wegen einer Schambeinverletzung pausiert habende Wachter einen Vertrag mit einem verhältnismäßig hohen „Festgehalt“ unterschrieben haben. Von einer „hauptberuflichen“ Höhe dürfte das Engagement jedoch weit entfernt sein. Zudem scheint zumindest fraglich, ob das traditionell unruhige Umfeld um die Adolf-Jäger-Kampfbahn herum der weiteren Entwicklung Wachters überhaupt förderlich sein kann. Von der oft auch von Wachter beschworenen „familiären Erfolgsatmosphäre“ des TuS Osdorf kann bei Altona 93 keine Rede sein.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here