Ayhan Özcelik vom Trust Gym trainiert mit seinen Schülern auf der Dachterrasse. Foto: kreller
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Niels Kreller, Hamburg-Süd. Auch Fitness- und Kampfsportstudios haben nach dem Lock-down wieder geöffnet. Jetzt gelten gesteigerte Hygieneanforderungen. Wie kommen die Studios mit den veränderten Bedingungen zurecht? Wir haben nachgefragt.
„Der erste Tag war wie ein Treffen mit alten Freunden. Alle waren froh, sich wieder bewegen zu dürfen und einfach miteinander zu reden“, berichtet Jana Wichelmann von Sportline aus Neugraben. „Ich persönlich habe in den ersten drei Tage so viel gesprochen wie in den letzten Wochen des Lockdowns nicht.“ Endlich sei wieder etwas Normalität in den Alltag eingekehrt. „Alle Mitarbeiter und Mitglieder sind freundlicher, dankbarer, geerdet. Jeder von uns hat mittlerweile verstanden, dass Gesundheit das Wichtigste ist, was es gibt.“
Viele langjährige Stammkunden, auch ältere, kommen wieder regelmäßig zum Training. „Das Desinfizieren der Hände vor und nach dem Training ist schon in Fleisch und Blut übergegangen“, so Wichelmann. „Wir geben unsere Kurse weiter auf unserer Dachterrasse und in unserer Cabrio Soccerhalle. Fußball darf leider noch nicht gespielt werden. Hier hoffen wir auf weitere
Lockerungen, da dies unsere Haupteinnahmequelle ist“, stellt Wichelmann fest
Ayhan Özcelik von der Kampfsportakademie Trust Gym aus Harburg hatte schon frühzeitig mit dem Training im Freien wieder begonnen: Auf der Dachterrasse seines Gyms konnten die Gruppen coronakonform trainieren. „Trotzdem hat es mit der Öffnung einen Ansturm gegeben, der bis heute anhält“, berichtet Özcelik. Allerdings habe er auch viele Mitglieder während der Schließung verloren, besonders bei Kindern unter zwölf Jahren. „Da muss ich noch mehr machen, um sie wieder zurückzugewinnen.“

Covid-19 plus Ferien ist keine gute Voraus- setzung, um
Kunden zu
gewinnen
Ayhan Özcelik,
Trust Gym

Ein Problem: „Duschen ist bei uns nicht möglich, da wir Gemeinschaftsduschen haben und die sind abgesperrt. Das stört natürlich extrem.“ Sorgen bereiten Özcelik die bevorstehenden Ferien: „Covid-19 plus Ferien ist keine gute Voraussetzung, um Kunden zu gewinnen. Ich hoffe, dass es mehr Lockerungen geben wird, damit sich in der Sport-Branche gerade die kleinen Unternehmen wieder aufbauen können.“
Auch CCM/Club Eichenhof in Harburg hat wieder geöffnet. „Die Geräte wurden abstandsgerecht neu im Studio, in einem Kursraum und auf einem Squashplatz verteilt, und im großen Kursraum wurden Bodenmarkierungen angebracht“, berichtet Isa Kähler. Auch wurde die Tennishalle zum Kursraum umfunktioniert.
Vor Trainingsbeginn müssen die Mitglieder online Trainingszeiten buchen. Eine Einheit besteht aus zwei Stunden Training. Danach wird gereinigt und desinfiziert, anschließend kann der nächste Trainingsslot starten. „Am Anfang war der Besuch verhaltener, gerade bei der älteren Risikogruppe. Es wird aber von Woche zu Woche mehr“, berichtet Wolfgang Przybylski.
„Die Kurse werden ungebrochen super genutzt, in der zweiten Woche nach Re-Start wurde der Kursplan wieder erweitert und noch mehr Kurse in die Tennishalle verlegt. Im CCM konnten wir zusätzlich noch unseren Outdoor Trainingsbereich in Betrieb nehmen“, freut sich Isa Kähler über die gelungene Wiedereröffnung. „Wir sind positiv überrascht, wie diszipliniert und umsichtig unsere Mitglieder mit neuen Regeln und Abläufen umgehen.“

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