Derzeit produziert die Pella Sietas-Werft in Neuenfelde. Foto: pr
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Pella Sietas-Werft prüft Verlegung der Produktion von Neuenfelde

Andreas Göhring, Süderelbe

Die Pella Sietas-Werft will die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) übernehmen. Dann könnte die Produktion an die Förde verlegt werden. Das klingt plausibel, denn die zunehmende Verschlickung des Hafenbeckens in Neuenfelde und der selten ausreichende Tiefgang in der Fahrrinne zum Hauptstrom der Elbe lähmen Deutschlands älteste Werft zunehmend.

Doch war die Ankündigung von Werft-Chefin Natallia Dean nur eine Finte? Möglicherwiese wollte sie nur ganz andere Überlegungen zur Zukunft der Pella Sietas-Werft neu beleben. Seit einigen Jahren wird nämlich über eine Verlagerung der Sietas-Werft nach Steinwerder im Hamburger Hafen nachgedacht. Es soll, natürlich in aller Stille, auch schon Gespräche gegeben haben. Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann hat die Idee jetzt öffentlich gemacht – weil man von ihm erwartet, dass er um 250 Arbeitsplätze in Hamburg kämpft.

In Steinwerder keine Probleme mit Verschlickung

Der Deal, der da hinter den Kulissen durchgespielt wird, ist erst nach der Übernahme von Blohm + Voss durch die Lürssen Weft-Gruppe möglich geworden. Lürssen hatte Blohm + Voss nach der Übernahme völlig neu strukturiert und dabei viel Platz eingespart. „Wir produzieren künftig auf etwa 25.000 Quadratmetern Fläche“, sagte Lürssen-Geschäftsführer Klaus Borgschulte bei der Präsentation seiner Pläne. „Bislang standen uns 45.000 Quadratmeter zur Verfügung.“

200 Millionen Euro würde der Neubau einer Werft im Hamburger Hafen kosten

Würde Pella Sietas seine Werft nach Steinwerder verlagern, gäbe es keine Probleme mehr mit der Verschlickung geben. Deshalb hatte Pella Sietas-Chefin Natallia Dean einen Umzug schon vor Jahren als „grundsätzlich sehr gut“ bezeichnet. Er sei aber „nicht unkompliziert“.

Gespräche mit FSG nicht abgeschlossen

Immerhin müsste Sietas sein Gelände in Neuenfelde räumen und für geschätzt 200 bis 300 Millionen Euro eine neue Werft im Hamburger Hafen bauen. Dazu auf einem Gelände, dass Lürssen von der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority gepachtet hat und womöglich nur mit Aufschlag weiterverpachten würde. Sie sah allerdings auch Vorteile für Lürssen – zum Beispiel bei der Anschaffung und Nutzung größerer Kräne. Und was machen die Pläne in Flensburg? „Die Gespräche über einen möglichen Kauf sind bei Weitem noch nicht abgeschlossen“, heißt es von Cord Schellenberg, FSG-Unternehmenssprecher.

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