Neuer Cheftrainer beim FC Süderelbe: Stefan Arlt. Foto: Brussolo

Fußball-Oberliga: Exklusiv-Interview mit dem Trainer des in die Schlagzeilen geratenen FC Süderelbe

Waldemar Düse, Süderelbe

Wochenlang hat der FC Süderelbe die Schlagzeilen in der weiten Welt des hamburgischen Amateurfußballs bestimmt. Von einem vorstandsinternen „Machtkampf“ und dem „komplette Auseinanderbrechen“ der Oberligamannschaft war die Rede. Nach dem Rücktritt mehrerer Vorstandsmitglieder hat sich ein Übergangsvorstand zusammengefunden, der zunächst bis zur turnusmäßigen Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2021 arbeiten wird: Clemens Müller (1. Vorsitzender), die 2. Vorsitzenden Heiko Bossow, Carsten Müller und Klaus Ulbricht sowie Reinhold Haenel, Marko Minkkinen, Jörg Schmidt, Klaus Skarupke und Sven Wulf. Neuer Cheftrainer für 1., 2. und 3. Herren wurde Stefan Arlt. Im Interview mit dem Elbe Wochenblatt nimmt der als eine der „treibenden Kräfte“ des „Machtkampfs“ dargestellte Stefan Arlt erstmals Stellung zu den Ereignissen der vergangenen Wochen.

Herr Arlt, was sagen Sie zu dem Vorwurf, Sie seien eine der treibenden Kräfte eines internen Machtkampfs in einem gespaltenen Vorstand gewesen? Das kann ich nicht bestätigen! Fakt ist, dass ich zwischen März 2018 und Januar 2020 als Jugendkoordinator und 2.Vorsitzender tätig war. Ich wurde seinerzeit gebeten, wesentliche Inhalte eines von mir erstellten Jugendkonzepts anzustoßen: Talente aus unserer Jugend- und Nachwuchsarbeit an den Herrenleistungsbereich heranzuführen und dort zu etablieren.

Ich hatte bereits vor meiner Wahl 2018 mitgeteilt, meine Tätigkeit nur zwei Jahre auszufüllen und mich nicht wieder für den Vorstand zur Verfügung zu stellen. Mitte März bin ich vom Vorstand gefragt worden, ob ich den Posten des Ligatrainers übernehmen wolle, da Anfang März die amtierenden Trainer verlautbart hatten, in der nächsten Saison nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Nach Vorlage eines entsprechenden Konzepts meinerseits wurde vom Vorstand einstimmig beschlossen, mir diese Aufgabe zu übergeben.

Ich hatte weder im März noch jetzt den Eindruck eines zweigeteilten Vorstands, geschweige denn den Eindruck, eine treibende Kraft in irgendeiner negativen Art und Weise zu sein.

Ein Vorwurf des ehemaligen Oberliga-Akteurs Isaak Hoeling lautete, Sie hätten sich gegenüber Oberligaspielern in einer Art geäußert, die komplett unter der Gürtellinie gewesen sei und nicht mit „Leistungsträgern und Führungsspielern“ gesprochen? Ich kommentiere keine Stellungnahmen einzelner Spieler in der Öffentlichkeit. Ich finde es allerdings im Sinne der Mitglieder und der Anhänger des FCS mehr als fragwürdig, einen Spieler eine komplette Mannschaft wiederspiegeln zu lassen oder eine Mannschaft einen kompletten Verein.

Wir haben mit allen für unser Konzept in Frage kommenden noch verfügbaren Spielern gesprochen und verhandelt. Einige Leistungsträger hatten sich aber bereits vor meiner Ernennung zum Ligatrainer für andere Vereine entschieden. Dem gegenüber lag lediglich eine feste Zusage eines Spielers für die kommende Saison vor.

Der FC Süderelbe wird also mit einem neuen sportlichen Konzept in die kommende Saison gehen. Können Sie das kurz skizzieren? Wir haben ein neues erweitertes Funktionsteam gebildet, das sich nicht nur um die Belange der Ersten Mannschaft kümmern wird, sondern ebenfalls um die Geschicke der erfolgreichen zweiten und dritten Herren, sowie A- und B-Jugend. So soll sichergestellt werden, dass der Gedanke der Durchlässigkeit und die konstruktive Zusammenarbeit im kompletten Herrenleistungsbereich Einzug und Umsetzung erfährt. Ein ganz besonderes Anliegen in diesem Zusammenhang ist mir die Tatsache, dass der FC Süderelbe noch wesentlich mehr ist. Das ist mir in allen Berichten viel zu kurz gekommen und wird nicht entsprechend gewürdigt.

Wie ist der derzeitige Stand der Saisonvorbereitung? Werden dem zukünftigen Oberligakader noch Akteure aus der abgebrochenen Saison angehören? Wie sehen Sie die Aussichten in Hamburgs höchster Spielklasse? Unsere Kaderplanungen sind weitestgehend abgeschlossen und entwickeln sich, unseren Vorstellungen entsprechend, sehr gut. Die Aussichten für die nächste Spielzeit betrachten wir natürlich realistisch, sind aber sehr gespannt.

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