Mathias Süchting vom Autohaus S+K hat in der Krise sogar noch eine Spendenaktion für die DRK Corona Hilfe ins Leben gerufen. Foto: Kreller
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Die Umsätze der Autohäuser steigen nach massiven Einbrüchen während des Lockdowns wieder

Niels Kreller, Hamburg-Süd

Auch für der Autohandel hat massiv unter dem Corona-Virus zu leiden. Mitte März mussten Showrooms geschlossen werden, der Verkauf stand still. Werkstätten und Onlinehandel konnten fortgeführt werden. Jetzt dürfen Autohäuser wieder öffnen. Das Elbe Wochenblatt hat nachgefragt, wie das Geschäft angelaufen ist.

Mathias Süchting vom Autohaus S+K mit Standorten in Neu Wulmstorf, Harburg, Buchholz, Bergedorf und Lüneburg hatte schon im März früh auf die drohende Schließung reagiert. „Wir haben fast täglich unsere Mitarbeiter gebrieft, was der Stand ist und wie sie die Kunden informieren können.“ Wegen der Schließung wurde niemand entlassen. „Wir haben das Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent erhöht. Und ich habe auch gleich gesagt, dass falls jemand finanzielle Probleme hat, er sich an die Geschäftsleitung wenden soll. Und da haben wir auch wirklich einigen von unseren Leuten helfen können.“

„Für unsere Kunden haben wir geschaut, wo wir Entlastungen bei den monatlichen Fahrzeugkosten anbieten können – zum Beispiel durch eine günstigere Finanzierung. Wir hatten auch eine Aktion zu Gunsten der DRK Corona Hilfe: Für jede durchgeführte Klimaanlagendesinfektion haben wir zehn Euro gespendet. Da ist richtig viel zusammengekommen.“

Seit dem Neustart sei der Gebrauchtwagenbereich noch verhalten, aber der Neuwagenverkauf befände sich mittlerweile auf einem Niveau von rund 65 Prozent des Normalunsatzes. „Wir merken, dass die Menschen wieder den persönlichen Kontakt und das Kauferlebnis haben möchten“, so Süchting.

Auch Jan Busse vom Ford Store Tobaben in Harburg merkt, dass bei den Menschen zunehmend die sogenannte ‚neue Normalität‘ einkehrt. „Wir haben uns an Mundschutz und Abstand gewöhnt“, so Busse. „So störend ist das ja alles nicht mehr. Deshalb kommen die Leute auch wieder zu uns in die Autohäuser.“ Schade findet Busse, dass durch die Schließung Markteinführungen wie der neue Ford Puma und Ford Kuga wenig Beachtung fanden. Im Neuwagenbereich war zu merken, dass die Kunden abgewartet hatten, ob es die Kaufprämie des Staates gibt.

Mein Glück war, dass Halle und Hof mir gehören und ich keine Miete zahle
Michael Derboven,
Speed Bike

„Die Prämie hätte uns nichts gebracht“, sagt dagegen Michael „Speedy“ Derboven von Speed Bike aus Meckelfeld. Er handelt mit gebrauchten Fahrzeugen aller Art: Vom PKW über Landmaschinen, Motorräder und Wohnmobile bis hin zu Oldtimern. In seinem Bereich sieht er die Entwicklung etwas anders. „Die Prozent gehen runter.“ Was allerdings boome, das sei der Oldtimer-Markt. „Da suchen viele gerade nach einer Anlagemöglichkeit – und da eignen sich Oldtimer gut. Auch Wohnmobile laufen – viele Deutsche richten sich auf Urlaub in Deutschland ein und wollen nicht fliegen.“

Im April habe er gar keinen Umsatz gehabt. „Mein Glück war, dass Halle und Hof mir gehören und ich keine Miete zahle und ich Mieteinnahmen hatte. Dadurch bin ich einigermaßen gut durch die Krise gekommen.“ Allerdings betrage der Umsatz auch jetzt nur ein Viertel im Vergleich zum Durchschnitt der Vorjahre.

David Breuer vom Autohaus BMW B&K verbreitet Zuversicht: „Das Problem war die Verunsicherung der Kunden. Die Angst vor Corona und die Fragen ‘Wie geht es beruflich weiter?’ und ‘Kann ich mir ein neues Auto kaufen?’ Diese Verunsicherung ist jetzt weg.“ Das zeigt sich auch in den Zahlen.“

Zu Beginn der Corona-Pandemie sei der Umsatz bei den Neuwagen um 50 Prozent, bei den Gebrauchtwagen sogar um 90 Prozent zurückgegangen. Jetzt liege der Gebrauchtwagenverkauf wieder bei 100 Prozent, der Neuwagenverkauf immerhin schon bei 80 Prozent. „Mit dem Konjunkturprogramm sind viele durch die Corona-Zeit gekommen“, so Breuer.

David Breuer von BMW B&K blick mit Zuversicht in die Zukunft. Foto: Kreller
Paulo Almeida (l,) und Nader Safari vom Ford Store Tobaben sind enttäuscht darüber, dass die Markteinführungen während Corona etwas untergegangen sind. Foto: Kreller

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