Der Wilhelmsburger Bereich gegenüber der Harburger Schloßinsel wurde von den Planern „Goldküste“ genannt. Grafik: pr
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Kein Wohnungsbau westlich der südlichen Elbbrücken, gegenüber der Harburger Schloßinsel

Christopher von Savigny, Wilhelmsburg

Als im Jahr 2005 die Hamburger Stadtentwicklungsbehörde mit ihrem Konzept „Sprung über die Elbe“ begann, hatte man noch Visionen: Wilhelmsburg sollte „an seinen Rändern“ erblühen, vom „Wohnen am Wasser“ war die Rede. Eines dieser – allerdings nie konkret ins Auge gefassten – Projekte war die sogenannte „Goldküste“ – gemeint war der Uferbereich westlich der südlichen Elbbrücken.

Damals wie heute ist das Gebiet von Gewerbeansiedlungen geprägt, unter anderem hat hier eine große Kaffeerösterei ihren Sitz. Hingegen sind neue Wohnungen innerhalb der letzten Jahre – unter maßgeblicher Beteiligung der Internationalen Bauausstellung (IBA) – vor allem im Zentrum der Elbinsel entstanden. Zuletzt wurde im Herbst die neue Wilhelmsburger Reichsstraße ihrer Bestimmung übergeben – irgendwann einmal soll die alte Trasse rund 5.400 neuen Behausungen Platz bieten.

Auch die Planungen für die A-26-Ost, die ganz im Süden der Elbinsel die beiden Autobahnen A7 und A1 miteinander verbinden soll, passt nach Meinung des Vereins Zukunft Elbinsel ins Bild: „Von Goldküste kann hier keine Rede mehr sein“, sagt Vereinsmitglied Manuel Humburg. Ganz im Gegenteil: „Die A 26 verpasst dem Projekt den Todesstoß“, findet Humburg, der sich von den Planern mehr Mut gewünscht hätte. Sein Vorbild ist die Harburger Schloßinsel – unmittelbar gegenüber von der „Goldküs-te“ auf der anderen Seite der Süderelbe. „Dort hat es man es geschafft, Wohnen und Gewerbe sinnvoll miteinander zu verbinden – warum nicht auch an den Wilhelmsburger Ufern?“, fragt er.

Nach Auskunft der Stadtentwicklungsbehörde (BSW) bezog sich der damalige Begriff „Goldküste“ auf die Gestaltung der Freiflächen des Nordufers der Süderelbe zwischen den Elbbrücken. „Hier wurde die Möglichkeit gesehen, diese als attraktiven Freiraum am Wasser aufzuwerten“, sagt BSW-Sprecherin Barbara Ketelhut. Wohnungsbau sei hingegen nie im Gespräch gewesen.

Zum Thema „Wohnen am Wasser“ gibt die Wilhelmsburger Grünen-Politikerin Sonja Lattwesen zu bedenken, dass der südliche Teil Wilhelmsburgs relativ schlecht an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen sei. „Die von Herrn Humburg zum Vergleich herangezogene Harburger Schloßinsel hat den großen Vorteil, dass sie in fußläufiger Entfernung zu einem S-Bahnhof liegt“, sagt sie. Laut IBA und Bezirksamt wird das Projekt „Goldküste“ offiziell nicht mehr verfolgt.

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