Susan Spangenberg, Kita-Leiterin im Janusz-Korczak-Haus in Langenbek, zeigt die Reihe der Steine, die Familien in der Corona-Zeit bemalt haben. Foto: DRK Kreisverband Hamburg-Harburg
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Reduzierter Regelbetrieb: Auch Viereinhalbjährige und Geschwisterkinder dürfen jetzt wieder in den Kindergarten – ab dem 18. Juni können dies alle Kinder

DRK/Siegmund Borstel, Hamburg-Süd

Hamburger Kitas sollen bis Juli schrittweise wieder öffnen. Seit dem 4. Juni dürfen auch Kinder im Alter von viereinhalb Jahren und Geschwisterkinder wieder Kindergärten besuchen. Diese waren bereits seit dem 18. Mai bereits wieder geöffnet, zunächst aber nur für Vorschulkinder, also für Fünf- und Sechsjährige.

Susan Spangenberg freut sich auf die Rückkehr „ihrer“ Kinder, auch wenn noch lange nicht alles wieder „normal“ sein wird. Die 31-Jährige leitet die Kita Janusz-Korczak-Haus in der Scheeßeler Kehre, eine von insgesamt 17 Kitas des DRK-Kreisverbandes Hamburg-Harburg.

Dass im Eingangsbereich der Kita eine „Übergabezone“ markiert ist, in der Eltern sich von ihren Kleinen verabschieden, statt sie in die Gruppenräume zu bringen, ist nur eine von vielen Änderungen gegenüber der Vor-Corona-Zeit. Wo immer es geht, wird auf Abstand geachtet, auch Hygiene spielt eine zentrale Rolle: Mehrfach am Tag werden Kontaktflächen gereinigt, mit den Kindern wird Händewaschen, Hust- und Niesetikette geübt.

Eine weitere wichtige Veränderung: Jede Kita-Gruppe bleibt für sich, sowohl im Haus als auch draußen. „Wir haben zum Glück ein sehr großes Außengelände, und jede unserer fünf Gruppen hat einen eigenen zusätzlichen Bewegungsraum“, freut sich Kita-Leiterin Susan Spangenberg.

Sie erwartet, dass im Janusz-Korczak-Haus in Kürze wieder etwa die Hälfte der sonst 105 Kinder von 22 pädagogischen Kräften betreut werden. Andere Kitas des DRK Hamburg-Harburg rechnen zeitnah sogar mit bis zu 80 Prozent der Kinder.

Während der gesamten Corona-Zeit haben die Mitarbeiter den Kontakt zu den Familien nicht abreißen lassen. Es wurden Mails verschickt, Briefe geschrieben und auf dem Kita-Außengelände eine Aktion gestartet. „Wir haben die Familien mit großem zeitlichen Abstand und unter Einhaltung aller sonstigen Maßnahmen eingeladen, mit ihren Kindern einen Stein zu bemalen, der dann als Teil eines ,Denkmals‘ ausgelegt wurde. Das ist bei Eltern und Kindern sehr gut angekommen“, schildert Susan Spangenberg. Die lange Reihe von bunten Steinen zwischen Eingangstor und Kita-Haustür wird dann an das Frühjahr 2020 erinnern, wenn Corona hoffentlich kein Thema mehr ist.

„Denkmal“ für die Nach-Corona-Zeit: Besondere Malaktion in der DRK-Kita in der Scheeßeler Kehre in Langenbek.
Foto: DRK Kreisverband Hamburg-Harburg

Ganz aktuell: Mindestens 20 Stunden für jedes Kind

Ab dem 18. Juni können wieder alle Kinder, unabhängig vom Alter oder ihrer Gruppe, in Hamburgs Kitas betreut werden. Um eine sichere Betreuung für alle Kinder zu ermöglichen, kann dabei eine eingeschränkte Betreuungszeit vereinbart werden. Mindestens 20 Stunden an drei Tagen werden verlässlich für jedes Kind angeboten. Elternbeiträge entfallen zunächst weiterhin.

Aktuell ist das Infektionsgeschehen in Hamburg auf einem beherrschbaren Niveau. „Ich bin froh, dass wir daher früher als vorgesehen wieder alle Kinder in den Kitas begrüßen können!“, kommentierte Familiensenatorin Melanie Leonhard. Insgesamt ist in Hamburg gegenwärtig nur eine geringe Anzahl von Kindern an Covid-19 erkrankt.

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