Sabine Witt (l.) und Katrin von Holten. Insgesamt arbeiten in der Bogenstraße fünf Sozialpädagoginnen, Psychologinnen und Therapeutinnen. Foto: Dirk Andresen
Anzeige


BIFF Eimsbüttel/Altona berät Frauen, die es gerade in der Corona-Pandemie nicht leicht haben

Dirk Andresen, Hamburg-West

Sie tragen die Hauptlast in Zeiten, die unsere Gesellschaft erschüttern: Frauen stehen (nicht nur) im Kampf gegen das Corona-Virus in vielen Branchen an vorderster Front: Als medizinisches Fachpersonal, Altenpflegerinnen und Betreuerinnen, an den Supermarktkassen und in diversen anderen, extrem wichtigen aber oft auch unterbezahlten Jobs. Damit nicht genug. Die Nerven- und Kraftfressende Doppelrolle vieler Frauen durch zusätzlichen Corona-Stress und drastisch gestiegene häusliche Belastungen wirkt sich immer dramatischer aus. Umso wichtiger deshalb, dass die Frauenberatungsstelle BIFF (Beratung und Information für Frauen) für Eimsbüttel und Altona jetzt mit einem neuen Beratungs- und Hilfsangebot Unterstützung anbietet.

BIFF-Mitarbeiterin Katrin von Holten: „Seit dem 2. Juni können Frauen nach Terminabsprache wieder zu persönlichen Beratungsgesprächen in unsere Räumlichkeiten kommen.“

Zuvor waren aus Sicherheitsgründen nur telefonische Beratungen – die auch weiter angeboten werden – möglich.

Es geht zwar weiter auch um häusliche Gewalt, finanzielle Sorgen und ähnliches. Aber jetzt kommen auch Frauen zu uns, die sonst ihr Leben selbst allein im Griff hatten.
Katrin von Holten,
BIFF-Mitarbeiterin

Wie krass der Bedarf an Hilfe, Zuspruch und Trost selbst während der jetzt zunehmender Lockerungen tatsächlich ist, macht die BIFF-Mitarbeiterin mit klaren Worten deutlich: „Noch Mitte März, als die ganze Dimension der Pandemie erst richtig klar wurde, war der Rede- und Beratungsbedarf eher normal. Die Leute schienen damals wie in einer Schockstarre zu verharren. Aber das hat sich ganz extrem geändert. Mit jeder Woche wuchs und wächst die Zahl der Anrufe. Inzwischen klingeln unsere Telefone Sturm.“

Die Gründe für zunehmende Verzweiflung und wachsende Hilflosigkeit sind laut der BIFF-Expertin durch Corona noch deutlich vielfältiger geworden. Von Holten: „Es geht zwar weiter auch um häusliche Gewalt, finanzielle Sorgen und ähnliches. Aber jetzt kommen auch Frauen zu uns, die sonst ihr Leben selbst allein im Griff hatten.

Die sich oftmals sogar eine Selbstständigkeit aufgebaut hatten und nun plötzlich finanziell vor dem Ruin stehen. Viele Frauen, die sonst gut im Leben stehen. Und auch viele ältere Frauen, die es eigentlich gar nicht so gewohnt sind, sich Hilfe von außen zu holen.“

Frauen im körperlichen und seelischen Dauerstress

Zunächst verbotene und jetzt immer noch eingeschränkte Kontakte, zunehmende Isolation, plötzlich durch Corona verursachte Geldsorgen sowie körperlicher und seelischer Dauerstress führten zu deutlich mehr Vereinsamung, Verzweiflung und auch Aggressionen. Und das Bedürfnis, sich mitzuteilen, Hilfe zu holen und Zuspruch zu finden wuchs in gleichem Maße.

Bei den Bemühungen, dem auch ausreichend gerecht zu werden, lobt Katrin von Holten ausdrücklich die Kooperation mit der auch für die BIFF zuständige Sozialbehörde: „Da gibt es eine sehr solidarische und zielführende Zusammenarbeit.“

Und sie ermuntert ausdrücklich auch Frauen mit Sorgen aller möglichen Art, das BIFF-Angebot zu nutzen: „Bei uns bekommt jede Frau Beratung und Unterstützung. Egal zu welchem Thema, ob durch Corona verursachte Sorgen, Partnerprobleme, Erziehung, Einsamkeit oder andere Problemfelder. Mit uns kann man über alles reden .“ Und neue Power tanken in besonders harten Zeiten – jetzt endlich auch wieder von Angesicht zu Angesicht.

❱❱ BIFF Eimsbüttel/Altona
Bogenstraße 2, S 39 67 62
Telefonberatung. mo 12-13 Uhr, di 15-16 Uhr, mi 10-11 Uhr, do 12-13 Uhr; info@biff-eimsbuettel-altona.de
www.biff-Frauenberatung.de

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here