Auch während der Pandemie geht das Eisvergnügen bei Eis Langner weiter. Foto: jbd
Anzeige


So läuft es in den Restaurants und Cafés im Hamburger Westen

Jasmin Bannan, Hamburg-West

Das Elbe Wochenblatt hat sich umgehört, wie der Betrieb mit den coronabedingten Einschränkungen in Restaurants und Cafés im Westen läuft.

Das Eidelstedter Eiscafé Langner hätte eigentlich Mitte März wieder eröffnet, aber der Start der Eis-Saison musste auch hier verschoben werden: „Natürlich sind wir froh, dass wir überhaupt wieder Eis verkaufen können. Aber: Zurzeit darf immer nur ein Kunde das Geschäft betreten. Normalerweise arbeiten wir mit vier bis fünf Personen hinter der Eistheke und können somit auch vier bis fünf Kunden gleichzeitig bedienen. Unsere Kunden machen das prima und halten große Abstände. Das führt aber zu langen Schlangen vor dem Laden, die einige Kunden verschreckt“, so Chef Shahrouz Akbarian. Auch im Eis-Café können zur Zeit keine Plätze angeboten werden: „Ich könnte nur einen Gast sitzen lassen, das würde alle anderen traurig machen. Aber wir haben zum Glück einen großen Außenbereich – hier können unserere Gäste teilweise mit drei Meter Abstand das Eis täglich von 10 bis 22 Uhr genießen.“

Frühjahrsputz, Papierkram und jetzt wieder Gäste

Auch Susanne Drogand, Inhaberin von Hannes und Hanna Wohnzimmer in Eimsbüttel, ist dankbar, dass sie nach langen sieben Wochen ihre Gäste wieder bewirten kann: „ Es war eine schreckliche Zeit. So etwas hat einfach bisher keiner erlebt. Und das Schlimmste war, dass es keine Perspektive gab, kein Datum an dem wir wussten: Dann kann es weiter gehen. Ich habe die Zeit genutzt, um zu renovieren, Frühjahrsputz zu machen und habe den gesamten Papierkram aufgeholt. Dankbar bin ich auch, dass es so zügig mit der Corona Hilfe geklappt hat. Jetzt schaue ich einfach positiv in die Zukunft: Meine
Gäste sind wieder da und halten sich prima an die Regeln: Sie tragen die Masken, wenn Sie sich im Innenbereich bewegen und lassen mir die Daten da“, berichtet Susanne Drogand.

Es war eine schlimme Zeit. Wir waren
wie tot
Hamdi Ademi,
Wappenhof Dubrovnik

Hamdi Ademi, Betreiber des Luruper Wappenhof Dubrovnik, schaut sorgenvoll in die Zukunft: „Es war eine schlimme Zeit. Wir waren wie tot. Wir haben schnell auf den Außer-Haus-Verkauf umgestellt, aber das hat nicht gut geklappt. Und die ganze Zeit liefen natürlich alle Kosten weiter: Miete, Strom, Versicherungen – alles. Jetzt haben wir wieder geöffnet, aber ich arbeite zur Zeit nur mit meiner Frau und meiner Tochter und damit decken wir gerade die Kosten. Im letzten Jahr haben wir hohe Investitionen in das Restaurant gesteckt. Eine schöne Terrasse haben wir gebaut. Nun haben wir vorerst unsere Öffnungszeiten von 12-15 Uhr und 17.30-23 Uhr angepasst und werden kämpfen“, so Ademi.

Im Herzen von Blankenese liegt Lühmanns Teestube. Die Inhaberin des Cafes Maud Barg und ihr Team haben die Zeit des Lockdown genutzt und haben die alljährlichen Renovierungsarbeiten, die sonst immer im Sommer gemacht werden, in diese Zeit gelegt. „Wir haben auch das Thema Betriebsurlaub in dieser Zeit thematisiert, kamen also in der Schließungszeit recht gut hin. Jetzt hingegen ist der Alltag sehr zäh. Wir beobachten, dass selbständige Geschäftsleute sich lieber etwas zum Mitnehmen bestellen – sie haben Sorge, Ihre Daten bei uns zu lassen und befürchten im Falle einer Infektion eine Quarantäne. Das ist etwas, was sich Selbständige einfach nicht leis-ten können. Auch beobachten wir, dass unsere älteren Kunden nicht kommen – sie haben einfach Angst. Wir sind zuversichtlich, aber wenn sich die Lage nicht bald ändert, steuern wir auf eine Katastrophe zu“.

In Hannes und Hanna Wohnzimmer in der Weidenallee werden die
Gäste durch von der Decke herabhängenden Plexiglaswände geschützt. Foto: pr

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here