300.000 Besucher waren 2019 beim Osterstraßenfest dabei: Das Duo Oded Konfri trommelte dabei besonders laut. Foto: Archiv/ml
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Ersatztermin Ende August fällt ebenfalls coronabedingt ins Wasser

Maren Langenbach, Eimsbüttel

Arlette Andrae hat keine guten Nachrichten: Das Osterstraßenfest wird zum ersten Mal in seiner Geschichte abgesagt. „2020 findet es nicht statt. Wir bedauern dies sehr“, sagt Arlette Andrae, Quatiersmanagerin des Vereins Osterstraße, der, zusammen mit der Schankwerk Veranstaltungsservice GmbH, das alljährlich stattfindende Fest veranstaltet.

Ursprünglich sollte die Veranstaltung, die es seit über 30 Jahren gibt, am ersten Maiwochenende stattfinden. Dies musste aufgrund der Regelungen mit Blick auf den Corona-Virus, die Großveranstaltungen wegen des erhöhten Ansteckungsrisikos untersagen, ausfallen. Das letzte Augustwochenende sollte als Ausweichtermin dienen. „Doch nun sind in Hamburg alle Großveranstaltungen bis einschließlich 31. August 2020 untersagt, so dass dieser Termin auch nicht eingehalten werden kann“, sagt Andrae, und betont, dass es allen Verantwortlichen nach reiflicher Überlegung nicht leicht gefallen sei, die Traditionsveranstaltung komplett für dieses Jahr abzusagen.

Jedoch brauche ein Straßenfest mit Verkaufsständen professioneller Beschicker, Flohmarkt, Livemusik und Aktionen für Kinder, das jedes Jahr unzählige Besucher aus Hamburg und Umgebung anzieht, eine langfristige Planung. Es ergebe wenig Sinn, „eine Veranstaltung dieser Größe vorzubereiten, wenn gleichzeitig absehbar ist, dass das Verbot dafür über das aktuelle Datum hinaus fortbestehen wird“, betont Gene Birke, Geschäftsführer der Veranstaltungsservice Schankwerk GmbH. „Keine Behörde der Welt wird uns heute die Genehmigung für ein Osterstraßenfest erteilen. Diese benötigen wir aber, um mit der Planung zu beginnen.“

Dem Verein Osterstraße brechen Einnahmen weg

Leid tue es den Veranstaltern auch für die Beschicker, die mit ihren Ständen von Fest zu Fest ziehen, und denen die Corona-Pandemie die Existenz raube, da eine Veranstaltung nach der anderen nicht stattfinden darf. Jedoch müsse man an die Gesundheit aller denken und dürfe kein Wagnis eingehen. „Uns wäre nicht wohl in der Haut, ohne eine wirkliche Sicherheit, wie zum Beispiel einem Impfstoff, das Risiko einer massenhaften Ausbreitung des Corona-Virus, das bei einer derartigen Veranstaltung, bei der so viele Menschen zusammenkommen durchaus besteht, einzugehen“, betont Till Bernstein, zweiter Vorsitzender des Vereins Osterstraße.

Die Absage des Osterstraßenfestes trifft den Verein als Interessengemeinschaft der Einzelhändler wirtschaftlich schwer, gehen ihm dadurch rund zwei Drittel seiner Jahreseinnahmen verloren. „Nur durch die Einnahmen des Festes können wir die relativ niedrigen Beiträge für unsere Mitglieder halten“, so Bernstein. Die Beiträge würden durch verschiedene Projekte, wie etwa der Weihnachtsbeleuchtung oder Aktionen zu den verkaufsoffenen Sonntagen, wieder in den Stadtteil zurück fließen. „Nun ist unser Verein, nach über 20 Jahren, erstmals existenziell bedroht.“

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