Marc Jans – hier mit Hündin „Marla" – und seine Mitarbeiter konnten dank Kurzarbeitergeld und Soforthilfe die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise überstehen. Foto: S. Grundke
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Sebastian Grundke/René Dan, Wilhelmsburg. Der Wohnmobilstellplatz „Elbepark Bunthaus“ am Moorwerder Hauptdeich ist wieder offen: „Es ist gefühlt fast wie im letzten Jahr“, sagt Betreiber Marc Jans angesichts der mittlerweile sehr guten Auslastung seiner 60 Stellplätze. Doch bis er sich wieder freuen konnte, musste der Pächter des Platzes eine Durststrecke überstehen.
Mitte März hatte Marc Jans seinen Platz für gut vier Wochen gesperrt, nachdem er vom Tourismusverband eine E-Mail bekommen hatte, wonach alle Übernachtungsangebote einzustellen seien. „Wir sind auf Null Prozent runtergegangen“, erinnert sich Marc Jans. Dabei beginnt bei ihm die Saison normalerweise Anfang März. Susanne Meinecke, Pressesprecherin der Hamburger Wirtschaftsbehörde, erläutert indes auf Anfrage: „Anders als in manchem Nachbarland waren in Hamburg die Campingplätze und die Wohnmobilstellplätze zu keiner Zeit geschlossen, weil es verboten war.“ Von dieser theoretischen Erlaubnis zum Weiterbetrieb der Plätze „wusste aber niemand“, so Marc Jans. Andererseits wären die Menschen anfangs zu ängstlich gewesen, um dort zu campen.
Somit musste der Unternehmer für seine Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden. Dies und die Hamburger Soforthilfe für Betriebe halfen ihm, die Durststrecke zu überwinden. Als er nach einigen Wochen bei den Behörden, nachfragte, ob er nicht zumindest für Hamburger seinen Platz öffnen könne, bekam er grünes Licht.
„Wir haben zu Ostern geöffnet und dies auf Facebook bekannt gegeben – die Nachricht hat sich rasch verbreitet.“ Hamburger Familien, die es in ihren Zweizimmerwohnungen nicht mehr aushielten, hatten sich extra für den idyllisch im Grünen gelegenen Ort ein Wohnmobil gemietet. Gestrandete von außerhalb – darunter ein französisches Ehepaar – fanden ebenfalls Zuflucht im „Elbepark Bunthaus“, hinzu kamen einige Geschäftsleute.
Die zweite große Erleichterung kam Mitte Mai, als Hamburg den Betrieb von Hotels und ähnlichen Einrichtungen – darunter ausdrücklich Campingplätzen – unter Auflagen wie dem Mindestabstand von anderthalb Metern erlaubt hat (siehe Infotext).
Die Folge: „Zu Himmelfahrt und Pfingsten waren wir voll“, erläutert Marc Jans. Die Gäste – die Hälfte hat reserviert, die andere Hälfte der Stellplätze steht spontanen Besuchern zur Verfügung – freuen sich. Das gilt auch für Marc Jans: „Ich bin sehr glücklich, wie es jetzt läuft.“ Was er aber nicht verstehen kann: „Wir kann es angehen, dass ein Virus uns und der ganzen Wirtschaft den Garaus macht?“

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