Blühstreifen sehen schön aus und sind wichtig für die Artenvielfalt in der Stadt. Foto: Nabu / Thomas Droese
Anzeige


Nabu weist auf den Wert der Grünstreifen hin: Wichtig für Artenvielfalt und Klima

HAMBURG. Der Nabu Hamburg kritisiert, dass die Hamburger Bezirke, das Straßenbegleitgrün mitten in der Blütezeit und der Vogelbrutsaison radikal abmähen. Für die Artenvielfalt in der Stadt und das Stadtklima seien solche Mäheinsätze schädlich.
Das Straßenbegleitgrün leide zwar unter Fahrtwind, Abgasen, Streusalz und anderen Belastungen, aber es diene trotzdem – gerade in Städten – als wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere und könne durch Straßen und Bebauung zerschnittene Lebensräume verbinden, betont Nabu-Sprecherin Mascha  Kurenbach. „Wird jedoch zu früh gemäht, können weder Insekten von den Blüten profitieren, noch diese Pflanzen Samen produzieren.“
Um die Artenvielfalt von Insekten und Pflanzen in Hamburg zu fördern, wäre es wichtig, auch die Pflege des Grüns an Straßen an die Bedürfnisse von Pflanzen und Tieren anzupassen. Das heißt: Es sollte zum Beispiel später gemäht werden, sodass Pflanzen vorher aussamen können, damit die Pflanzen im kommenden Jahr wieder blühen. Wirtschaftliche Zwänge und die Verkehrssicherheit dürften nicht die einzigen Kriterien bei der Begleitgrünpflege sein, fordert Kurenbach.
Weniger Pflanzen – weniger Insekten – weniger Vögel
Die Kette an negativen Wirkungen sei sonst tödlich: Durch frühes Mähen nimmt über die Jahre die Vielfalt an Blühpflanzen ab. Zwangsläufig schrumpft das Angebot an Nahrungs- und Fortpflanzungsstätten für Insekten wie Schmetterlinge und Wildbienen, aber auch für verschiedene Fliegen- und Käferarten. Eine Abnahme der Insekten heißt auch eine Abnahme des Nahrungsangebots für viele Vogelarten, die ohnehin schon unter der Zerstörung ihrer Lebensräume leiden.
Auch für das ohnehin schon aufgeheizte Stadtklima seien selbst kleinste Grünflächen von großer Bedeutung: Wenn die Sommer heißer und trockener werden, wirken sie kühlend. PÖP
sGrüne Wüste: Kurz gemäht hat diese Fläche wenig Nutzen für die Artenvielfalt. Foto: Nabu / Marco Sommerfeld

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here