Marion Laedke, Inhaberin von Hoyer Moden, mit einer Kundin. Foto: jbd
Anzeige


Von Jasmin Bannan. Mit den sommerlichen Temperaturen steigt nun auch im Hamburger Westen langsam die Geschäftstätigkeit. Vor drei Wochen durften die ersten Ladengeschäfte öffnen, vor einer Woche zogen die Restaurants nach – unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln. Wir haben bei fünf Firmen nachgefragt, wie sie die Zeit des Lockdowns überstanden haben.

Marion Laedke, Inhaberin von „Hoyer Moden“ aus Eidelstedt, ist überglücklich, dass die Zeit der Schließung vorbei ist und sie ihr kleines Fachgeschäft für Tag- und Nacht- und Bademoden, wieder öffnen durfte. „Ich habe die ersten Wochen mit administrativer Arbeit verbracht und konnte mich so gut beschäftigen. In der verdienstlosen Zeit konnte ich glücklicherweise mit Lieferanten, wie auch mit meinem Vermieter, gute Lösungen finden – dennoch merken wir deutlich eine Veränderung des Kaufverhaltens; gerade Bademoden gehen selbsterklärend dieses Jahr gar nicht“, so die Kauffrau.

Gewerbetreibende verfielen nicht in Schockstarre

Sahab Parhez, Inhaber von „Smart Repair“ im Lurup Center, konnte sein Ladengeschäft nahezu durchgängig geöffnet halten, jedoch mit großen Einschränkungen. „In der Zeit des Lock-downs durften wir nur unsere Dienstleistungen anbieten, also das Reparieren von defekten Smartphones oder Tablets. In dieser Zeit konnten wir nur jeweils einen Kunden nach persönlichem Hereinführen in den Laden lassen. Nach Einhaltung der Abstandsregeln. Ein Verkauf war uns natürlich erlaubt. Wir merken jetzt deutlich, dass die Kunden viel sensibler sind und sich überlegen, wo sie hingehen und wofür sie ihr Geld ausgeben.“

Auch „Frau Hansen“, der „Conceptstore für schöne Dinge“ in der Osterstraße, hat sich mit der Situation arrangiert: „Zunächst war der Lockdown und die damit verbundene Ladenschließung ein Schock für uns. Zu diesem Zeitpunkt war ja noch völlig unklar für wie lange die Maßnahmen gelten werden und wann das Ladengeschäft wieder öffnen kann. Trotz Allem sind wir nicht in eine Schockstarre verfallen, sondern haben gehandelt. Kurz nach der Ladeneröffnung 2014, habe ich bereits einen Onlineshop eröffnet. Die Zukunft des Einzelhandels liegt für mich in einer smarten Verbindung zwischen stationärem Ladengeschäft und Showroom und einem Onlineshop. Dieses Konzept hat sich vor allem während des Lockdowns bewährt,“ so Nicole Hansen. „Wir sind sehr froh, dass unsere Kunden uns weiterhin besuchen. Sicherlich ist alles etwas anders als vorher aber dennoch entwickelt sich langsam eine neue Normalität.“

Oliver Hoß, Inhaber der „Fahrschule Boom“ in Ottensen, hatte sogar schon zwei bis drei Wochen vor dem Lockdown Umsatzeinbußen von circa 50 Prozent zu verzeichnen: „Viele unserer Schüler oder deren Angehörige waren in den Märzferien im Ski-Urlaub und haben sich entweder freiwillig in Quarantäne begeben und blieben mit Symptomen Zuhause. Aus Verantwortung für unsere Mitarbeiter und unsere Schüler haben wir dann auch drei Tage vor dem offiziellen Senatsbeschluss unserer Fahrschule geschlossen. Leider warten wir seit sieben Wochen auf die Hamburger Corona Soforthilfe – dennoch sind wir happy, denn wir sind alle gesund und dürfen arbeiten, wenn auch die Situation für die Fahrlehrer mit den Mund-Nasen-Masken im Auto sehr belastend ist“, so Hoß.

Harald Kurse und seine Frau Rebecca betreiben in Blankenese das Geschäft „vom Fass“: „Wir gehören zu den Glücklichen, die auch in der Lockdown-Phase weiterhin öffnen durften. Natürlich ist das Ostergeschäft schmaler ausgefallen, aber da wir in der Nähe des Wochenmarktes liegen, kamen unsere Kunden trotzdem – wir sind mit einem blauen Augen davon gekommen“, sagt Harald Kruse.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here