Immer ein Friseurstuhl frei, um den Mindestabstand einzuhalten: So wird in Zeiten von Corona in vielen Friseursalons – hier der von Mara Drachau – gearbeitet. Foto: pr

Nach mehrwöchiger Pause haben die Friseurgeschäfte in Hamburg seit Anfang Mai wieder geöffnet – eine erste Bilanz

Jasmin Bannan, Hamburg-West

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, mussten die Inhaber und Mitarbeiter der rund 1.430 Frisörsalons in der Hamburg umdenken und den täglichen Betrieb „mit Maske“ umstrukturieren. Doch wie kommen sie mit den strengen Auflagen (siehe auch Infotext) klar? Wir haben uns umgehört.

Mara Drachau-Hanenkamp vom Friseursalon Mara Drachau in Sülldorf hat sich schnell auf die neue Lage eingestellt: „Termine müssen nun eben gut gesteuert werden, damit nicht zu viele Kunden zur gleichen Zeit im Laden sind. Die Kunden dürfen nicht mehr im Laden warten – das gilt leider auch für Begleitpersonen.“ Die Friseurmeisterin fügt hinzu: „Ein Mitarbeiter muss immer im Eingangsbereich sein, um Kundinnen und Kunden hereinzubitten und deren Hände zu desinfizieren. Darüber hinaus ist jeder zweite Platz nicht besetzt, um den Abstand zu wahren.“

Obwohl der Betrieb zurzeit zu 90 Prozent ausgelastet ist, funktioniert die Einhaltung der Regeln nur mit mehr Personal. „Ob sich so auf Dauer rentabel arbeiten lässt, ist fraglich“, so Mara Drachau-Hanenkamp. Der Ansturm auf den Salon sei allerdings ungebrochen – trotz der Hamburger Ferien von vergangener Woche.

Auch der Salon Algan in Ottensen hat die neuen Regeln umgesetzt. „Wir haben unseren Kunden alles erklärt – sie haben keine Probleme damit, Termine zu vereinbaren und ihre Daten bei uns zu zulassen“, so Inhaber Behcet Algan. Es zwar ein Problem, weniger Kunden bedienen zu dürfen, aber: „Ich bin sehr glücklich, dass wir überhaupt wieder arbeiten dürfen. Das waren harte sechs Wochen.“ Für ihn persönlich sei es „besonders schlimm“, dass er Kunden keinen Kaffee oder Tee anbieten darf: „Das gehört für mich einfach zum guten Service dazu.“

Durch Einschränkungen nur
geringere Anzahl an Kunden

Im Eidelstedter Salon Sieker hat sich Chefin Evelyn Sieker mit ihren Mitarbeitern ebenfalls auf die neue Situation eingestellt: „Durch die Einschränkungen bedingt, ist nur eine geringere Anzahl an Kunden als üblich zu bedienen, von Rentabilität ist da bei dieser Arbeitsweise nicht zu reden. Wir sind aber in der glücklichen Lage durch die großzügige Salongestaltung ausreichende Abstände gewähren zu können, sodass  Kunden und Mitarbeiter die Regelungen problemlos einhalten können.“

Wann die Einschränkungen im Friseurhandwerk ein Ende haben wird, ist derzeit nicht abzusehen.

 

Auch im Salon von Mara Drachau desinfizieren Teammitglieder die Hände der Kunden. Foto: pr

Hygiene- und Abstandsregeln

Für einen Friseurbesuche gelten mehrere Vorgaben: Um im Falle einer Corona-Erkrankung die Infektionskette nachvollziehen zu können, müssen Kunden ihre Adresse sowie Telefonnummer oder E-Mail-Adresse hinterlegen.

Der Abstand von mindestens anderthalb Metern muss um jeden Arbeitsplatz eingehalten werden. Zwar sind Friseurbesuche ohne Termine erlaubt, Kunden werden jedoch gebeten Termine vorab zu vereinbaren, um ein hohes Aufkommen zu verhindern. Wartebereiche innerhalb des Salons sind nur unter bestimmten Voraussetzungen – vor allem dem Einhalten des Mindestabstands – gestattet.

Kunden dürfen Friseure nur besuchen, wenn sie sich gesund fühlen. Ein Nasen- und Mundschutz sind für Friseure und Kunden vorgeschrieben. Kunden müssen beim Betreten des Salons ihre Hände desinfizieren. Da sich jeder theoretisch auch noch auf dem Weg zum Friseur infizieren könnte, müssen sich Kunden die Haare im Friseursalon waschen lassen, um Viren abzutöten.

Gesichtsnahe Dienstleistungen wie Augenbrauenzupfen oder Bartpflege sind nur unter bestimmten Voraussetzungen wie dem Tragen einer Atemschutzmaske mindestens der Klasse FFP-2 erlaubt. Um zudem das Infektionsrisiko zu reduzieren, werden keine Getränke mehr angeboten, auch ausliegende Zeitschriften sind verboten. Nach einem Friseurbesuch werden die Arbeitsmaterialien und der Arbeitsplatz desinfiziert.

Mehr unter www.hamburg.de

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