Ein Blick von der vierspurigen Stresemannstraße: So sieht die Sternbrücke heute aus. Foto: ms
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Bahn wird für Planung der neuen Sternbrücke von Architekten, Ingenieuren und Anwohnern kritisiert

Mateo Schneider, Altona
Nachdem im großen Buch der integrierten Stadtentwick-lung das Kapitel Bahnhof am „Diebsteich“ hinter verschlossenen Türen beendet worden ist, ist flugs ein neues aufgeschlagen worden. Gerade hat das Planfeststellungsverfahren für den von Anfang 2023 an geplanten Neubau der Sternbrücke begonnen. Die 1925/26 errichtete, 75 Meter lange und 17 Meter breite Balkenbrücke soll durch eine Stabbogenbrücke ersetzt werden: 108 Meter lang, 21 Meter hoch, 125 Millionen teuer. Darauf haben sich Bahn AG und Stadt Hamburg geeinigt. Hinter verschlossenen Türen.
Eine Entscheidung, die aus vielen Richtungen kritisiert wird. So hat die Hamburgische Ingenieurkammer-Bau nicht nur das angesichts der städtebaulichen Bedeutung der Brücke „nicht-akzeptable“ Verfahren bemängelt. Die Kammer fordert darüber hinaus wegen der „Tragweite der Entscheidungen“ auch „einen Wettbewerb mit verschiedenen Ingenieurbüros mit dem Schwerpunkt Brückenbau“, um die „beste und stadtverträglichste Lösung zu finden.“ Der jetzige Entwurf erscheine „zu hoch und nicht dem Ort entsprechend proportioniert.“
Auch der Bund Deutscher Architekten und Architektinnen (BDA) fordert „ein öffentliches Wettbewerbsverfahren.“ Wenn schon ein Erhalt der Brücke nicht gewollt sei, müsse ein neuer Entwurf in jedem Fall „identitätsstiftend“ wie der bisherige sein und Rücksicht auf die gewachsene Umgebung nehmen. Der in die Öffentlichkeit lancierte neue Entwurf passe „eher zum Fehmarn-Belt als in die Mitte Hamburgs.“
Kristina Sassenscheidt, Sprecherin der im März gegründeten „Initiative Sternbrücke“ und Geschäftsführerin des Denkmalschutzvereins, weist darauf hin, dass die denkmalgeschützte Brücke nach einem 2018 von der Kulturbehörde in Auftrag gegebenen Gutachten noch über eine Nutzungsdauer von weiteren 50 Jahren verfüge. „Entscheidend ist aber, dass Stadt und Bahn AG ihre Planungen für alternativlos halten“, so Sassenscheidt.
Die Initiative fordert, die vierspurige Stresemannstraße auf zwei Spuren zu verkleinern, die denkmalgeschützte Brücke zu erhalten oder nur durch eine Brücke gleichen Ausmaßes zu ersetzen únd die Brücke als „Kulturort Sternbrücke“ mit seinen Musikclubs beizubehalten.
❱❱ initiativesternbruecke.org

1 KOMMENTAR

  1. […] 20. Mai, Elbe-Wochenblatt, Mateo Schneider„Nachdem im großen Buch der integrierten Stadtentwick-lung das Kapitel Bahnhof am „Diebsteich“ hinter verschlossenen Türen beendet worden ist, ist flugs ein neues aufgeschlagen worden. Gerade hat das Planfeststellungsverfahren für den von Anfang 2023 an geplanten Neubau der Sternbrücke begonnen. Die 1925/26 errichtete, 75 Meter lange und 17 Meter breite Balkenbrücke soll durch eine Stabbogenbrücke ersetzt werden: 108 Meter lang, 21 Meter hoch, 125 Millionen teuer. Darauf haben sich Bahn AG und Stadt Hamburg geeinigt. Hinter verschlossenen Türen.„zum Artikel […]

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