Schauen optimis-tisch in die Zukunft: Chefin Sabrina Beul (2.v.r.) und ihre Mitarbeiter Sven Meinburg, Susanne Vogt und Nadja Waterböhr (v.l.) freuen sich, ihre Kunden wieder zu sehen. Foto: ml
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Von Maren Langenbach. Ständig bei der Arbeit Masken tragen, ausreichend Abstand zu Kollegen und Kunden halten, häufig Hände waschen und desinfizieren: Wie bei vielen sind auch für das Team von „Zweitwert“, Second-Boutique in der Weidenallee 38, die Corona-Regeln für das Arbeitsleben zuweilen noch etwas ungewohnt. „Doch wir gewöhnen uns daran, nützt ja nichts. Viel glücklicher sind wir aber darüber, dass wir endlich wieder geöffnet haben“, sagt Chefin Sabrina Beul.

Rund fünf Wochen blieben die Türen des Geschäfts geschlossen. „Eine lange Zeit, die wir aber sinnvoll genutzt haben. Wir haben einen Onlineverkauf ins Leben gerufen, der auch weiterhin laufen wird“, so Beul.

Kunden kommen auch zum Quatschen vorbei

Das Team von „Zweitwert“ hat Glück, wurde doch der wirtschaftliche Engpass durch den Träger, der „einfal GmbH“, überbrückt, so dass keine Arbeitsplätze verloren gingen, und das Geschäft weiter existieren kann. „Doch wir haben unsere Kunden vermisst, der Austausch mit ihnen, die Beratung beim Einkauf. Und sie haben uns vermisst, da wir für viele im Viertel eine feste Anlaufstelle sind.“ Nicht nur zum Einkaufen, sondern auch „einfach zum Quatschen, um Sorgen einmal loswerden zu können“.

Erst Anfang Februar war aus dem Sozialkaufhaus „Spenda Bel“ für Geringverdiener die Secondhand-Boutique „Zweitwert“ geworden, in der jeder einkaufen kann. Das Sortiment besteht nach wie meist vor aus Spenden von Privatleuten.

Das Prinzip: Egal ob Mode für Damen, Herren, ob Schmuck, Bücher oder Haushaltsgegenstände – für jeden Artikel gibt es zwei Preise. Einen regulären und einen niedrigeren. Kunden mit geringem Einkommen, das heißt unterhalb der Pfändungsgrenze und mit entsprechendem Nachweis, bekommen eine Kundenkarte und zahlen den niedrigeren Preis.

Momentan dürfen maximal vier Kunden gleichzeitig im Geschäft einkaufen, jeder muss sich dazu am Eingang eine Tasche nehmen. Masken- und Abstandspflicht gelten außerdem. Gemusterte Nasen- und Mundschützer hat Sabrina Beul nun neu mit ins Sortiment aufgenommen. Die gelernte Schneiderin näht diese fleißig für ihre Kunden und ihr Team: „Natürlich schön bunt, denn die Welt ist derzeit schon grau genug.“

❱❱ Wer den Laden unterstützen möchte, kann dies auch durch den Kauf eines Gutscheines tun. Spenden werden weiterhin angenommen. Infos unter Tel. 24 43 26 52. Geöffnet ist „Zweitwert“ montags bis freitags, 10 bis 18 Uhr, sonnabends 10 bis 16 Uhr. Die Kaffeeecke samt Ausschank muss derzeit geschlossen bleiben.
Online-Verkauf unter: www.zweitwert-hamburg.de

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