Der Regionalliga-Kader von Altona 93 vor dem Altonaer Rathaus: (u.v. l., sitzend) Armel Gohoua, Evin Nadaner, Robin Janowsky, Niklas Grünitz, Tobias Grubba, Nathanel Obeng Sallah, Furkan Aydin, Mustafa Ercetin, Eudel Silva Moneteira; m.v.l.: Berkan Algan (Trainer), Mike Perlwitz (Werbepartner), Uwe Krampitz (Zeugwart), Leon Mundhenk, Marco Schultz, Ole Wohlers, Luis Hacker, Thomas Janiczek (Marketing), Dirk Barthel (Präsident/Werbepartner), Andreas Klobedanz (Manager); o.v.l.: Can Daglioglu (Physio), Erdogan Pini, William Wachowski, Benjamin Safo-Mensah, Christian Rohweder, Maximilian Dagott, Abdullah Yilmaz, Bujar Sejdija, Andy Sude (Medien/Orga);. Es fehlen: Dallas Sikes Aminzadeh, Ersen Asani, Marcel Lück, Niklas Siebert. Foto: Lehmann
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Von Dirk Andresen. Ein Paukenschlag als Befreiungsschlag? Mit einem für die 4. Liga bemerkenswerten Personal-Coup will der sich seit Monaten von heftigen Turbulenzen geschüttelte Fußball-Regionalligist Altona 93 endlich in eine ungefährlichere Flughöhe verabschieden. Um den Absturz in die Oberliga zu verhindern, wurde der langjährige HSV-Profitorwart Richard Golz (51) als neuer sportlicher Leiter verpflichtet. Wer Nachfolger von Berkan Algan wird, ist noch unklar. Laut Medienberichten soll Andreas Bergmann, ehemailger Trainer des FC St. Pauli, Hannover 96, VfL Bochum und Hansa Rostock, am heutigen Mittwoch erstmals das Training leiten.

Allerdings ging diese Personalie nicht ohne erhebliche Dissonanzen über die Bühne. So erklärte Golz in der Pressemitteilung, in der sein Einstieg beim AFC verkündet wurde: „Kurzfristig wird es jetzt wichtig sein, einen neuen Trainer zu finden und die Gespräche mit den Spielern über die Zukunft zu führen.“ Lediglich in einem Nebensatz war damit der Rauswurf des bisherigen Trainers Berkan Algan (43), dessen Vertrag bis 2021 lief, öffentlich geworden.

Im Gespräch mit dem Elbe Wochenblatt räumt der 1. Vorsitzende des AFC, Dirk Barthel, ein: „Das war wirklich nicht gewollt. Das war ganz klar ein Fehler. Ich kann mich bei Berkan Algan nur in aller Form dafür entschuldigen. Unser Trainer hat große Verdienste.“ Die Trennung sei Algan zunächst von einem Vorstandsmitglied per Telefon und dann noch mal per E-Mail mitgeteilt worden.

Der geschasste Coach, der 2019 sogar zum „Hamburger Trainer des Jahres“ gewählt wurde, wollte sich zu dem unschönen Abgang bei seinem langjährigen Klub nicht äußern.
Wer sein Nachfolger wird, ist indes noch nicht entschieden. 93-Präsident Dirk Barthel: „Man sollte uns noch ein bis zwei Wochen Zeit geben, dann werden wir einen neuen Cheftrainer vorstellen.“

Mit Golz, davon ist der Boss von Altona 93 überzeugt, hat er genau den richtigen Mann für diese und alle anderen wichtigen sportlichen Entscheidung beim Tabellensechzehnten der Regionalliga gefunden.

Selbst wenn das Team von der Adolf-Jäger-Kampfbahn doch noch in die Oberliga absteigen müsste – wegen der Coronakrise sind endgültige Kriterien über Ab- und Aufgstiegsregelungen immer noch nicht festgelegt – wird Golz sich der Aufgabe beim AFC stellen. Barthel: „Er macht den Job auch in der Oberliga.“

Was aber qualifiziert den 1,99-Lulatsch, der 453 Bundesliga-Spiele für den HSV und den SC Freiburg absolvierte, für die anspruchsvolle Aufgabe? Und wie sind künftig die Ambitionen des Klubs, der zu den traditionsreichsten Deutschlands gehört? Dirk Barthel zur ersten Frage: „Wir kennen uns schon sehr lange. Ich bin sicher, dass er mit seinem ganzen Herzblut für unseren Verein kämpfen wird. Ich war in unseren Gesprächen sehr überrascht, wie präzise und detailiert seine Kenntnisse im Profi- und Amateurfußball sind. Er ist wirklich bestens in der Szene vernetzt. Sein Konzept hat uns absolut überzeugt.“

Golz arbeitet derzeit auch noch für die Unternehmungsberatung Hager, für die er Fach- und Führungskräfte im Bereich Sport vermittelt. Der neue Altonaer Sportchef: „Mein aktuelles Engagement beißt sich nicht mit meiner Aufgabe beim AFC. Sie befruchten sich eher gegenseitig.“ Zudem ist der künftige Macher bei 93 mit den Strukturen im Verein vertraut. Immerhin schrieb er seine Uni-Masterarbeit über Altona 93. Golz: „Der Klub ist eine Herzensaufgabe für mich.“

Wie hoch die Latte für den früheren Torwart-Riesen in seinem neuen Aufgabenbereich hängt, erklärt sein Präsident Barthel: „Wir wollen mit ihm unsere sportlichen Ambitionen professionalisieren. Gemeinsames Ziel ist es, das Team in der Regionalliga zu etablieren.“

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