Stefan Daum vom ASP Altona-Nord weiß, was die betroffenen Familien in Coronazeiten am meisten brauchen. „Wir möchten ihnen zeigen, dass wir weiterhin für sie da sind“, sagt er. Foto: cvs
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Als vor mittlerweile acht Wochen der sogenannte „Lockdown“ für Hamburg in Kraft trat, haben sich die Betreuer erstmal hingesetzt und gemeinsam überlegt. „Es war klar, dass wir unsere Leute nicht alleine lassen wollten“, erinnert sich Stefan Daum aus dem Leitungsteam des Aktivspielplatzes (ASP) Altona Nord.

Mittlerweile haben die Betreiber des Bauspielplatzes („Baui“) in der Eckernförder Straße nicht nur eine Whatsapp-Gruppe für die betroffenen Familien gegründet, sondern auch einen Weg gefunden, wie der Betrieb trotz Corona weitergehen kann: Nach Anmeldung dürfen Familien mit ihren Kindern den Spielplatz jetzt einzeln besuchen und nutzen – jeweils für 90 Minuten. „Die Familien hier in der Gegend wohnen meist in relativ engen Saga-Wohnungen und haben zum Teil drei und mehr Kinder. Für die ist es besonders wichtig, dass wir weiterhin für sie da sind“, sagt Daum.

Normalerweise kommen rund 70 Besucher

Der ASP Altona-Nord wurde 1993 gegründet. Eine große Außenfläche lädt zum Basteln und Bauen mit Holz, Ton und Speckstein ein, wer möchte, kann Räder, Inliner oder Go-Karts ausleihen. In Hochbeeten werden Kräuter und andere Pflanzen gezogen. Bei schlechterem Wetter können sich die jungen Besucher drinnen austoben. Gegen einen geringen Kostenbeitrag gibt es sogar ein warmes und selbst gekochtes Mittagessen.

Rund 70 Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 14 Jahren besuchen die Einrichtung pro Tag, die – in „coronafreien“ Zeiten – an Schultagen zwischen 14 und 19 Uhr geöffnet hat. Der ASP kooperiert mit den umliegenden Schulen und bietet Nachmittagskurse an.
Nachdem der normale Betrieb momentan bis auf Weiteres lahm gelegt ist, nutzen die Mitarbeiter (zwei ganze und eine halbe Stelle, dazu kommen Honorarkräfte und Praktikanten) die Gelegenheit für einen umfassenden Frühjahrsputz. Überall wird geschrubbt und gewienert, was nicht mehr benötigt wird, wandert in den Müll.

Um seine Gäste bei Laune zu halten, hat sich der ASP außerdem ein Bastelprogramm für Zuhause ausgedacht: Die Anleitungen für den Bau von Nistkästen und praktischen Gartenstühlen gibt’s online – das dafür benötigte Material kann vor Ort abgeholt werden. Familienvater Ahmet Kurt ist mit seinen beiden Kindern Taylan (6) und Tuana (4) fast täglich auf dem „Baui“ anzutreffen. „Es gibt hier keinen anderen Ort, wo sich die Kinder so gut beschäftigen können“, sagt er.

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