Das „Gesicht“ von Airbus Finkenwerder ist das Haupttor West an der Straße Kreetslag. Foto: wit
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Finkenwerder: Kurzarbeit gibt es beim Flugzeugbauer bereits – drohen jetzt Entlassungen?

Wolfgang Wittenburg, Finkenwerder

Wegen der Corona-Pandemie ist Airbus in eine schwere Krise geraten. Allein im ersten Quartal 2020 soll der Flugzeugbauer Verluste in dreistelliger Millionenhöhe gemacht haben. Rund 1.000 Leiharbeiter haben in den über Norddeutschland verteilten Werken bereits ihre Jobs verloren. In Finkenwerder wurde für einige der 12.500 Mitarbeiter längst Kurzarbeit vereinbart.

Drohen auch Entlassungen? „Jetzt über Stellenabbau zu spekulieren, bringt nur Verunsicherung. Wir erwarten, dass das Unternehmen gemeinsam mit Betriebsräten und IG Metall über die weitere Entwicklung spricht. Klar muss sein, dass betriebsbedingte Kündigungen weiterhin ausgeschlossen sind“, sagt Emanuel Glass (IG Metall Region Hamburg und Unternehmensbeauftragter Airbus Operations).

Die Airbus-Chef-Etage hält sich bedeckt. Laut Betriebsrat macht der Arbeitgeber auch „sehr deutlich“, dass sich „einfache“ Mitarbeiter nicht der Presse gegenüber äußern sollen.

Wie ist die Stimmung unter der Belegschaft? Jan-Marcus Hinz, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates, sagt: „Die Befürchtungen der Kolleginnen und Kollegen sind vielfältig. 14.000 Flugzeuge der Airlines stehen am Boden, der Luftfahrtmarkt ist eingebrochen. Wie viele Airlines werden die Krise nicht überstehen? Wann ist der Bedarf wieder vorhanden? Das sind Fragen, die kein Analyst zur Zeit beantworten kann. Die Kolleginnen und Kollegen fühlen sich unsicher.“

Gibt es ausreichend Masken, Abstandsmarkierungen und Desinfektionsmittel im Betrieb? „Wir haben in den Betrieben sehr früh Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen vereinbart, ebenfalls die Aufteilung in rote und blaue Teams, die das Risiko einer Ansteckung untereinander verringert“, so Hinz.

Ende des Jahres läuft bei Airbus der „Zukunfts-Tarifvertrag“ aus, in dem auch der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen geregelt und die Kernkompetenzen der deutschen Standorte festgeschrieben sind. Gesamtbetriebsratschef Hinz: „Neben der Corona-Pandemie ist die Neuverhandlung des ‘Zukunft-Tarifvertrags’ das große Thema in diesem Jahr.“

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