Idylle auf dem Sand: Wochenmarkt in Harburg 1959. Foto: AMH/Beier

Archäologisches Museum Hamburg/Stadtmuseum Harburg: Ausstellung „hot stuff“ verlängert bis 16. August – weitere Sonderausstellung: Harburger Geschichten. Die 50er-Jahre

Siegmund Borstel, Harburg

Nach fast zwei Monaten Corona-Pause konnte das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg, Museumsplatz 2, am 7. Mai wieder seine Türen öffnen. Wer möchte, kann das Museum unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Distanzregelungen zu den üblichen Öffnungszeiten und zu den normalen Eintrittspreisen besuchen.

Während des Ausstellungsbesuchs wird das Tragen eines Mund-Nasenschutzes empfohlen. Führungen, Vorführungen und museumspädagogische Veranstaltungen fallen aus, vorerst bis zum 30. Juni.

Die ersten Besucher kamen am Donnerstag gleich um 10 Uhr: Maria Windmöller, Björn Wagner und Sabine Sachse, um sich die bis zum 16. August verlängerte Ausstellung „hot stuff – Archäologie des Alltags“ anzusehen.

„Die Ausstellung stand schon lange auf unserer Wunschliste. Daher war klar, dass wir gleich die erste Gelegenheit für einen Besuch beim Schopfe packen würden“, sagte Sabine Sachse. Museumsdirektor Rainer-Maria Weiss begrüßte die ersten Gäste persönlich und überreichte jedem ein Geschenk aus dem „hot stuff-Sortiment“ des Museumsshops.

„hot stuff – Archäologie des Alltags“ widmet sich auf unterhaltsame Weise der archäologischen Erkenntnis, dass seit tausenden Jahren Weiterentwicklungen zum Leben gehörten. Wie bedient man ein Telefon mit Wählscheibe? Im Zeitalter des Smartphones eine berechtigte Frage. Heute bestaunen Jugendliche Mobiltelefone mit ausziehbaren Antennen oder ausklappbaren Dis-plays als Technik aus der Steinzeit. Was heute Trend ist, ist morgen vergessen, die Halbwertszeit von Technik, Mode, Design oder Jugendsprache ist heute kürzer denn je.

Sonderausstellung:
Fotoarchiv Gerhard Beier

Besucher des Museums dürfen sich jetzt außerdem über eine weitere Sonderausstellung freuen, die die 1950er-Jahre wieder lebendig werden lässt. Gezeigt werden mehr als 50 Schwarz-Weiß-Fotografien von Gerhard Beier. Der Fotograf der Harburger Anzeigen und Nachrichten (HAN) hatte seinerzeit diese Momente mit der Kamera in Zehntausenden Aufnahmen festgehalten. Sein Archiv, das aus rund 190.000 sorgfältig beschrifteten Negativen aus dem Zeitraum von 1952 bis 1991 besteht, gelangte nach dem Tod Beiers 2010 ins Stadtmuseum Harburg.

Betrachtet man die Fotos von Gerhard Beier, so findet man sich unversehens inmitten einer 50er-Jahre-Idylle wieder: Der Wochenmarkt am Sand im Sommer 1959 – unter Schirmen bieten Händler auf gut gefüllten Ständen ihre Waren an. Männer mit Hut und dunklem Anzug, junge Frauen mit Petticoat und Pferdeschwanz, am Straßenrand parkt ein VW-Käfer neben einem Vorkriegsautomobil, und mit charakteristischem Knattern nähert sich ein Kabinenroller. Zwischen den Auftragsfotos finden sich aber auch private Aufnahmen, die den Alltag dokumentierten.

1949 fing Beier bei den HAN als Kurier- und Zeitungsfahrer an. Als später eine Stelle im Fotolabor der Redaktion frei wurde, wechselte er in diese Abteilung. Von seiner Frau, die Fotolaborantin von Beruf war, hatte er sich die nötigen Kenntnisse angeeignet. Er entwickelte Filme, stellte nach den Vorgaben der Redakteure die benötigten Vergrößerungen her und wurde schließlich selbst zum Fotografen der HAN, bis er 1991 in Rente ging.

 

Eintritt

Archäologisches Museum Hamburg, Museumsplatz 2:
Eintritt: sechs Euro,
ermäßigt vier Euro,
bis 17 Jahre frei
Öffnungszeiten:
di bis so 10 bis 17 Uhr

Aufregung in Harburg: ein Verkehrsunfall. Foto: AMH/Beier
1957 war Gerhard Beier Fotograf der Harburger Anzeigen und Nachrichten (HAN). Foto: AMH

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