Der Vorschlag von Metin Hakverdi und Frank Wiesner: Ein S-Bahn-Ring vom Hauptbahnhof über die Veddel, Wilhelmsburg, Harburg, Süderelbe durch einen S-Bahn-Tunnel unter der Elbe nach Altona und von dort wieder zum Hauptbahnhof. Foto: pr
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Metin Hakverdi und Frank Wiesner wollen mit ihrem Vorschlag die Verkehrsprobleme des Hamburger Südens lösen – Wirtschafts- und Verkehrsbehörde winkt ab

Olaf Zimmermann, Hamburg-Süd. Zwei Sozialdemokraten möchten die Verkehrsprobleme des Hamburger Südens lösen: Metin Hakverdi, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Harburg/Wilhelmsburg/Bergedorf, und Frank Wiesner, Harburger Bezirksabgeordneter. Sie schlagen die Einführung eines S-Bahn-Rings um Hamburg vor. Harburger Wirtschaftsvertreter unterstützen diese Idee (siehe Infokasten), die Wirtschaftsbehörde hält den Vorschlag für unrealistisch.
Worum geht’s? Züge der Linien S3 und S31 sind – außer in Corona-Zeiten – meist chronisch überfüllt. Kommt noch eine Weichenstörung hinzu oder quillt wieder Rauch aus einem Tunnel, wird’s beim Schienenersatzverkehr schnell chaotisch. „Dieser Zustand ist untragbar“, urteilt Metin Hakverdi. „Wir brauchen einen S-Bahn-Ring für Hamburg. Ein S-Bahn-Ring kann die Verkehrsprobleme des Hamburger Südens lösen und entlastet den Hauptbahnhof.“
Die Umsetzung erfordert einen S-Bahn-Tunnel unter der Elbe von Waltershof nach Altona. Der S-Bahn-Ring soll vom Hauptbahnhof über die Veddel, Wilhelmsburg, Harburg, Süderelbe, dann durch den Tunnel nach Altona und von dort wieder zum Hauptbahnhof verlaufen. „Dabei soll die Strecke von einer neuen Haltestelle in Bos-telbek ausfädeln, nach Norden führen und mit der S-Bahnhaltestelle Altona verbunden werden“, so Wiesner. „Dabei kann kostengünstig die schon bestehende Hafenbahn-Trasse genutzt werden. Eine neue Strecke ist erst ab Waltershof erforderlich“.
Für Metin Hakverdi hat dieser Vorschlag einen positiven Nebeneffekt: Fahrgäste aus Süderelbe, aus dem Umland von Neu Wulmstorf bis Stade, könnten dann über Altona nach nördlich der Elbe gelangen. Das wäre ein großes Entlastungsprogramm für Harburg, Wilhelmsburg, die Veddel und den Hauptbahnhof selbst.“ Frank Wiesner: „Für Pendler aus Stade oder Neugraben in Richtung Altona und Umgebung ist die S3 nicht attraktiv. Man muss für die Nutzung der S-Bahn einen Umweg von 20 km in Kauf nehmen. Wir wollen auch die A 7 und den Elbtunnel entlasten.“
Für die Kosten des S-Bahn-Ringes müsste, so die Hoffnung der beiden Sozis, größtenteils der Bund aufkommen. „Wir müssen jetzt Verbündete finden. Ich erwarte deshalb Unterstützung auch von nördlich der Elbe und dem Umland.“
In der Wirtschaftsbehörde stößt der Hakverdi/Wiesner-Vorschlag auf wenig Begeisterung. „Die Kosten für den Ausbau und die damit verbundenen Umbaumaßnahmen – Stationen, Tunnel, Überwerfungsbauwerke/ Kreuzungsbauwerke – werden in keinem Verhältnis zu der erwartenden Nachfrage stehen. Somit wird es für eine Umsetzung keine Bundesmittel geben“, teilt Pressestellen-Mitarbeiterin Gianna Niemeyer mit. Außerdem haben sich „Senat und Bürgerschaft zahlreiche Großprojekte für den Schnellbahnausbau bis in die 30er Jahre vorgenommen, die derzeit Vorrang haben“.

Das meint die Wirtschaft
Christoph Birkel, Geschäftsführer des hit-Technoparks, Dr. Olaf Krüger, Vorstand der Süderelbe AG, und Franziska Wedemann, Vorsitzende des Wirtschaftsvereins für den Hamburger Süden, sind sich einig: Ein S-Bahn-Ring für Hamburg, der den Hamburger Süden miteinschließt, würde nicht nur die Mobilitätssituation in der gesamten Süderelbe-Region entschärfen.
Vielmehr könnte sich darüber hinaus die immer weiter eskalierende Situation am Hamburger Hauptbahnhof entspannen. So wäre es möglich, die Menschen auch zukünftig mit dem öffentlichen Nahverkehr zuverlässig an ihre Arbeitsplätze zu bringen; eine ebenso klimafreundliche wie nachhaltige Entwicklung.
Gemeinsam repräsentieren die drei Wirtschaftsvertreter mit ihren Unternehmen mehr als 500 Firmen in der Süderelbe-Region.

3 KOMMENTARE

  1. Das hätte vor ein paar Jahren günstig realisiert werden können, wenn die 4. Elbtunnelröhre einen Meter mehr Durchmesser bekommen hätte. Die untere Hälfte wurde nach dem Betonieren der Röhre wieder zugeschüttet als Unterbau für die Straße. Da hätte zumindest eine S-Bahn-Schiene im Untergeschoss hineingepasst.

  2. Wirklich eine tolle Idee!
    Man könnte einen der vier Elbtunnel dafür verwenden. Dies wäre eine deutliche Bekenntnis zum Umweltschutz. Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, schlage ich vor, eine Verbindung der S-Bahn zwischen Flughafen und Pinnenberg zu schaffen. Man könnte sehr sehr viele Menschen erreichen und begeistern ihr Auto stehenzulassen. Aber der Hamburger Rot-Grün-Filz…weiß dies schon zu verhindern. Schade

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