Foto: wikimedia/ Mein Schaukelpferd

Gaby Pöpleu/Olaf Zimmermann.
Ein weiterer Schritt zurück in Richtung Normalität. Vom 6. Mai an haben in Hamburg die öffentlichen Spielplätze – unter Auflagen – wieder geöffnet. „Bewegung an der frischen Luft kann nicht schädlich sein. Kinder müssen toben dürfen! Ich bin froh, dass wir die Spielplätze wieder aufmachen können, dieser Schritt ist gerade für Stadtkinder sehr nötig. Auch die weiteren Schritte werden wir nun sorgsam abwägen, um niemanden zu gefährden, und die Bedürfnisse von Kindern und Familien im Blick zu behalten“, sagt Familiensenatorin Melanie Leonhard. Die Spielplatz-Regeln im Überblick:

· Hamburgs öffentliche Spielplätze und Spielgeräte können täglich von 7 bis 20 Uhr genutzt werden.
· Diese Regelung gilt auch für private Spielplätze nach Hamburgischer Bauordnung, also beispielsweise in Innenhöfen und auf Flächen privater Wohnungsunternehmen oder -genossenschaften.
· Kinder unter sieben Jahren dürfen die Spielplätze nur in Begleitung einer erwachsenen Person nutzen. Für Jugendliche ab 14 Jahren sowie erwachsene Begleitpersonen gilt die Abstandsregelung von 1,5 m.
· Eine Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung ist nicht vorgesehen.
· Notbetreuungsgruppen aus Kitas ohne eigenen Außenbereich und Tagespflegepersonen mit bis zu fünf Kindern wird der Zutritt gestattet.
· Es ist keine Desinfektion von Spielgeräten oder Flächen vorgesehen.
· Auf öffentlichen Spielplätzen wird die Stadtreinigung dort, wo nötig, Papierkörbe häufiger leeren als bislang.
· Es wird eine Beschilderung der Spielplätze mit den Verhaltenshinweisen geben.
· Zu Bau- und Abenteuerspielplätzen, Fitnessinseln, Spielplätzen auf Schulhöfen und an Kitas und weiteren ähnlichen Angeboten sind Regelungen im Zusammenhang mit der Öffnung von Kitas und Schulen bzw. des Sportbetriebs vorgesehen.

Wann können Kinder wieder zur Schule gehen, wann öffnen die Kindergärten wieder? Schulsenator Ties Rabe stellte in Aussicht, dass bis zu den Sommerferien wohl kein „normaler“ Unterricht mehr stattfinden wird. Doch immerhin sollen alle Schüler „mindestens einmal pro Woche“ wieder die Schule besuchen dürfen, wünscht sich der Senator, warscheinlich ab Ende Mai nach den Maiferien.
Auch die Kindergärten sollen schrittweise wieder geöffnet werden, kündigte Familiensenatorin Melanie Leonhard nach Beratungen mit ihren Kollegen aus den anderen Bundesländern an, um trotz Gesundheitsschutz die Belange „gerade der Kleinkinder und die Bedarfe der Eltern“ stärkerzu berücksichtigen.
Dabei will man in vier Stufen vorgehen, von der aktuellen „Notbetreuung“ über eine „erweiterte Notbetreuung“ und einen „eingeschränkten“ zum „vollständigen Regelbetrieb“. Dazwischen sollen jeweils zwei Wochen liegen, in denen das Infektionsgeschehen beobachtet werden soll.
Denkbar sei, die Kindergärten für die Kinder von Alleinerziehenden eher zu öffnen, oder für Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen, für Kinder mit besonderem Förderbedarf, Vorschulkinder oder Kinder von kranken oder behinderten Eltern.
Da sich das Abstandsgebot bei kleinen Kindern kaum umsetzen lässt, raten die Jugend- und Familienminister der Länder zu häufigeren Reinigungen und noch mehr Hygienepläne. Ob und wann es tatsächlich losgehen kann, ist noch völlig offen.

Kinder und Corona
Die wenigen wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Ansteckung bei Kindern sind widersprüchlich: Der Direktor der Medizinischen Klinig und Poliklinik am UKE, Ansgar Lohse, zeigte sich überzeugt, dass Kinder „so praktisch gar nicht von diesem Virus gefährdet sind“ und man sich daher eine schnellere Kita-Öffnung wünschen würde. Das zeigten eine isländische und eine niederländische Studie.
Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité warnt dagegen vor einer schnellen Öffnung von Schulen und Kindergärten, weil nach seiner neuen Studie Kinder ähnlich an-
steckend seien wie Erwachsene. Lothar Wieler, Leiter des Robert-Koch-Instituts, unterstützt diese Sichtweise.

Infizierte
Die Zahl der Corona-Fälle in Hamburg steigt weiter an. Aktuell liegt sie bei 4.843 (Stand 4. Mai). Rund 3.800 früher als positiv getestete Hamburger gelten als genesen. Laut Gesundheitsbehörde sind demnach rund 880 Hamburger mit dem Coronavirus infiziert.
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind bislang 166 Hamburger an dem
Virus gestorben.
Genesene Corona-Patienten können schwer am Virus Erkrankten ab sofort mit einer Blutplasmaspende helfen. Infos gibt es beim Blutspendedienst Hamburg unter der Hotline Tel (040) 20 00 22 00.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here