Teile des Eisenbahnerviertels von oben. Foto: Stahlpress Medienbüro
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Nach Landgerichts-Urteil: Luruper und Eidestedter wehren sich gegen falsche Abrechnungen

Volker Stahl, Eidelstedt-Lurup

Dieses Urteil lässt hunderte Mieter der Vonovia in Hamburg hoffen: Das Landgericht Hamburg entschied im Januar, dass eine Mieterhöhung nach einer energetischen Modernisierung bei einem Vonovia-Mieter in Rissen aus formalen Gründen unwirksam ist. Heikel: Viele Miet-erhöhungsverlangen der Vonovia in der Hansestadt sind ähnlich aufgebaut. Nach Schätzungen des Mietervereins sind 2.500 bis 3.000 Haushalte in Hamburg betroffen – darunter viele der 976 Wohnungen der Vonovia in im Eidelstedter Eisenbahnerviertel. In Lurup gehören dem umstrittenen Großvermieter 552 Einheiten.

80 bis 160 Euro mehr pro Monat
zahlen die Mieter nach Modernisierungen

In Eidelstedt wurden folgende von der Vonovia verwalteten Häuser modernisiert: Alpenrosenweg 35, Hilpertweg 8 (Wohnfläche: 4.201 Quadratmeter), Hilpertweg 10 (2.100 Quadratmeter), Haseldorfer Weg 47-51 (3.401 Quadratmeter), Katzbachstraße 21-25 (7.648 Quadratmeter). Mehrbelastung für die Mieter dort: jeweils 80 bis 160 Euro pro Monat. „Das müssen die Bewohner erst einmal stemmen“, sagt Rolf Bosse vom Mieterverein zu Hamburg.

Darum geht es rechtlich: Die Modernisierungsmieterhöhungen seien zu pauschal, intrans-parent und nicht nachvollziehbar, kritisiert das Landgericht. Die Vonovia hätte die Kosten nach Gewerken aufschlüsseln und die davon abzuziehenden Erhaltungskosten extra auflis-ten müssen. „Wir werden die Vonovia auffordern, ab sofort die Mieten um die in Rede stehenden Beträge zu senken und zumindest bis zur Entscheidung des Bundesgerichtshofs eine Mahnsperre einzurichten, damit die Erhöhungsbeträge nicht mehr eingezogen werden“, sagt Wilfried Lehmpfuhl, Ansprechpartner des Mietervereins in Eidelstedt.“

Die zudem von Instandhaltunsgsstau, oft undurchschaubaren Nebenkostenabrechnungen und häufigen Fahrstuhlausfällen geplagten Vonovia-Mieter bekommen auch von der Eidelstedter Bürgerschaftsabgeordneten Martina Koeppen (SPD) Rückendeckung: „Mithilfe des Mietervereins muss jetzt im Eisenbahnerviertel geklärt werden, ob die Modernisierungsumlage von der Vonovia korrekt errechnet wurde. Das aktuelle Gerichtsurteil ist dafür eine gute Grundlage.“

Und was sagt die Vonovia? Das Unternehmen „bedauert“ die Sichtweise des Hamburger Landgerichts. „Dieses Urteil führt zu Verunsicherung, denn das Gericht lehnt zwar unsere – mit circa 20 Seiten schon ziemlich lange – Abrechnung ab. Leider wird aber nicht ausgeführt, wie die Abrechnung denn richtig aussehen soll“, sagt Unternehmenssprecher Matthias Wulff. Den „Menschen in den modernisierten Häusern“ werde die Vonovia eine neue Abrechnung schicken.

Martina Koeppen (SPD) wurde wieder in die Bürgerschaft gewählt.
Foto: Stahlpress Medienbüro

1 KOMMENTAR

  1. Die Aufstellung der modernisierten Häuser im Eisenbahner Viertel von Eidelstedt ist nicht komplett: z.B. fehlt Krummer Kamp 1.

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