In Hamburg hat die Vonovia 11.069 Wohnungen, davon 572 in Rissen, 976 in Eidelstedt (Foto) und 552 in Lurup. Foto: mg
Anzeige


Rissener Mieterin wehrt sich erfolgreich gegen falsche Abrechnungen –
weitere Mieter dürften folgen

Volker Stahl/Olaf Zimmermann, Elbvororte

Dieses Urteil lässt hunderte Mieter der Vonovia in Hamburg hoffen: Das Landgericht Hamburg entschied im Januar, dass eine Mieterhöhung nach einer energetischen Modernisierung bei einem Vonovia-Mieter in Rissen aus formalen Gründen unwirksam ist. Heikel: Viele Mieterhöhungsverlangen der Vonovia in der Hansestadt sind ähnlich aufgebaut. Nach Schätzungen des Mietervereins sind 2.500 bis 3.000 Haushalte in Hamburg betroffen – darunter viele der 572 Wohnungen der Vonovia in Rissen.

Die Richter urteilten, dass die Mieterin einer Vonovia-Wohnung in Rissen die vom Konzern geforderte monatliche Mieterhöhung wegen Modernisierungsarbeiten in Höhe von 113,01 Euro nicht zahlen muss. Das Unternehmen hatte der Mieterin nicht die erforderlichen Einzelheiten zu den durchgeführten Bauarbeiten und deren Kosten mitgeteilt.
„Die Entscheidung hat wegweisende Wirkung für die rund 3.000 Vonovia-Mieterhaushalte in Hamburg, die zum Teil seit Jahren höhere Mieten wegen Modernisierungen zahlen müssen“, teilte der Mieterverein zu Hamburg mit.

Abrechnungen zu pauschal
und nicht nachvollziehbar

Darum geht es rechtlich: Die Modernisierungsmieterhöhungen seien zu pauschal, intrans-parent und nicht nachvollziehbar, kritisiert das Landgericht. Die Vonovia hätte die Kosten nach Gewerken aufschlüsseln und die davon abzuziehenden Erhaltungskosten extra auflisten müssen.

Vonovia-Mieter, die in den vergangenen Jahren nach einer Modernisierung eine Mieterhöhung bekommen haben, sollten sich von Mietexperten beraten lassen. Eventuell können sie Rückzahlungen erwarten. „Für die Jahre 2017, 2018 und 2019 kann man noch Forderungen erheben“, erklärt Rolf Bosse (Mieterverein). Wichtig: Die Mieter müssen von sich aus aktiv werden.

„Wir werden die Vonovia auffordern, ab sofort die Mieten um die in Rede stehenden Beträge zu senken und zumindest bis zur Entscheidung des Bundesgerichtshofs eine Mahnsperre einzurichten, damit die Erhöhungsbeträge nicht mehr eingezogen werden“, sagt Wilfried Lehmpfuhl vom Mieterverein.

Und was sagt die Vonovia? Das Unternehmen „bedauert“ die Sichtweise des Hamburger Landgerichts. „Dieses Urteil führt zu Verunsicherung, denn das Gericht lehnt zwar unsere – mit circa 20 Seiten schon ziemlich lange – Abrechnung ab. Leider wird aber nicht ausgeführt, wie die Abrechnung denn richtig aussehen soll“, sagt Unternehmenssprecher Matthias Wulff. Den „Menschen in den modernisierten Häusern“ werde die Vonovia eine neue Abrechnung schicken.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here