Nikita Ustinow gewann beim Schülerschreibwettbewerb bei den Fünftklässlern. Foto: pr
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Siegmund Borstel, Harburg.
„Die Tür“: So lautete das Motto eines Schülerschreibwettbewerbs, den die Heimfelder Schreibwerkstatt unter der Leitung von Kerstin Brockmann veranstaltet hat. Eingegangen sind 45 Geschichten. Jetzt hat eine Jury die Sieger ausgewählt. Bei den Drittklässlern errang Valentina Grbavac (Grundschule Marmstorf) mit ihrem Text über einen Familienausflug ins Süßigkeitenlabyrinth den ersten Platz.
Bei den Viertklässlern gewann Tom von Borstel aus der Grundschule Marmstorf. In seiner Geschichte entdeckt ein Junge auf dem Dachboden eine Geheimtür, durch die er in eine Welt ohne Probleme gelangt.
Nikita Ustinow (Friedrich-Ebert-Gymnasium) siegte bei den Fünftklässlern. Er beschreibt die Türen des Friedrich-Ebert-Gymnasiums, die er seit der coronabedingten Schulschließung schmerzlich vermisst. Der Preis für ältere Schüler ging an Benjamin Rommel (FEG) für seine Geschichte „Das Leben des Nachtauge“.
Wegen der Corona-Pandemie wird die für den 9. Mai geplante Preisverleihung auf den Herbst verschoben. „Trotzdem dürfen sich alle Kinder schon jetzt auf ein spannendes Buch freuen, das ihnen per Post zugeschickt wird“, sagt Initiatorin Kerstin Brockmann.

Mit diesem Beitrag gewann Nikita Ustinow
(Friedrich-Ebert-Gymnasium) bei den Fünftklässlern

„Unsere Türen“
Es gibt viele Türen in verschiedenen Formen, Farben, Materialien und Größen. Es gibt kleine und große Türen, hohe und niedrige. Türen erfüllen eine wichtige Aufgabe, denn sie öffnen und schließen den Eingang.
Aber ich will von ganz bestimmten Türen erzählen, nämlich von den Türen in meinem Gymnasium. Diese Türen sind Brüder und Schwestern, weil sie nach der Renovierung alle gleichzeitig eingebaut wurden. Nur eine Tür ist die alte geblieben und am wichtigsten, nämlich die Eingangstür. Sie ist groß, hat schöne Muster und ist sehr rostig. Sie langweilt sich oft, weil man sie nur morgens öffnet und abends schließt. Sie ist sehr alt und kennt alle Schüler, die hier mal gelernt haben.
Die strengste Tür ist die des Direktors. Sie weiß alles darüber, wie man eine Schule organisiert, und denkt oft: „Eigentlich bin ich die Direktorin…“ Die allerschlausten Türen sind die Oberstufentüren. Sie wissen alles und können alles. Besonders dick sind die Cafeteriatüren. Sie mögen es, wenn alle viel essen und trinken! Die allerpfiffigste Tür ist die Toilettentür. Sie weiß Bescheid über alle Schwänzer, die nicht mitmachen wollen.
Die allersportlichste Tür ist die Sporthallentür. Sie kennt alle Turnübungen am besten. Die allerwildeste Tür ist die vom Gymnastikraum. Sie ist so wild, dass sie den Schülern manchmal an die Nase klatscht, wenn man sie öffnet. Die hilfsbereiteste Tür befindet sich im Untergeschoss. Sie sieht jeden, der Hilfe braucht…
Meine Lieblingstür ist meine Klassentür. Wir haben uns an meinem ersten Tag in dieser Schule kennengelernt und sofort angefreundet. Jeden Tag begrüßt sie mich. Das klingt so: „krrrk, krrrk.“
Alle Türen fragen sich jetzt: „Wo sind bloß die Kinder hin?“ Seit Montag befinden sie sich im Stillstand. Sie wissen nicht, dass Coronazeit ist. Liebe Türen, bleibt bitte ruhig! In kurzer Zeit kommen alle Kinder gesund zurück und dann wird alles wieder wie vorher.

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