Der FC Süderelbe ist in Turbulenzen geraten. Grafik: PR

Machtkampf beim Fußball-Oberligisten FC Süderelbe – verlässt der komplette Ligakader den Verein?

Waldemar Düse, Süderelbe

Der FC Süderelbe hat es geschafft, den Begriff „Shut down“, der allerbeste Chancen hat, zum Wort des Jahres zu werden, selbst in Corona-Zeiten neu zu definieren. Nach einem monatelangen internen, bis in die Vorstandsetage hineinreichenden Machtkampf, ist der Fußball-Oberligist beim „Herunterfahren“ mittlerweile ganz unten angekommen.

Zunächst hatte Ligatrainer Timucin Gürsan seinen Abgang zum Saisonende angekündigt. Dann hatte der seit 2018 als 1. Vorsitzender tätige Joachim Stoltzenberg auf eine weitere Kandidatur verzichtet. „Aus gesundheitlichen Gründen“, so die von seinem Nachfolger Matthias Nehls immer wiederholte „offizielle“ Begründung.

Dann hatte Ligaspieler Isaak Hoeling in einem österlichen Interview mit dem Online-Portal „FussiFreunde“ rausgehauen, dass der komplette Ligakader den Verein zum Saisonende verlassen werde. Der Hauptgrund neben der üblichen „Mit-Uns-Ist-Darüber-Nicht-Gesprochen-Worden-Litanei“: Der Kader wolle nicht mit dem vom Verein auserkorenen neuen Ligatrainer Stefan Arlt zusammenarbeiten.

Nun ist es zum einen um den Kiesbarg herum ein offenes Geheimnis, dass Stoltzenberg nicht mit Stefan Arlt, zuvor A-Jugend-Coach und Trainer der Zweiten Mannschaft Süderelbes, zusammenarbeiten wollte. Arlt war von einer Fraktion um den 2. Vorsitzenden Klaus Ulbricht herum als Nachfolger durchgedrückt worden.

Zum anderen hat Matthias Nehls nie einen Hehl daraus gemacht, dass er „die Entscheidung Gürsans sehr bedauerlich“ finde und „gerne mit ihm weitergearbeitet“ hätte. Daraus ergibt sich zwangsläufig die Frage nach der zukünftigen Zusammenarbeit der beiden Fraktionen im Vereinsvorstand. Wer Stefan Arlt kennt, weiß auch, dass der smarte Mittfünziger nicht nur sehr geistreich über Fußball debattieren kann, sondern auch beinhart durchsetzen, was er für richtig hält.

Keine Überraschung ist, dass Arlt bereits einige aktuelle-Landesliga-Akteure im Köcher haben soll, die in der kommenden Saison an den Kiesbarg kommen wollen. Gemeinsam mit dem jungen Kern der von Arlt geformten derzeitigen Bezirksligamannschaft sollen sie das Gerippe bilden, welches das „Hochfahren“ – zumindest in der Oberliga – bewerkstelligen muss.

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