Jobcenter-Chef Dirk Heyden versichert: „Die Mitarbeiter sind sehr motiviert.“ Foto: pr
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Emma Schulz, Hamburg.
Jeder zehnte Hamburger lebt von „Hartz IV“. Die Zahl derjenigen, die auf diese Hilfe angewiesen sind, steigt im Moment wegen der Corona-Einschränkungen sprunghaft an. Jobcenter-Chef Dirk Heyden erklärt im Interview, wie man jetzt einfacher Unterstützung beantragen kann. Er versichert: „Wir geben alles, um den Lebensunterhalt zu sichern!“

Die Jobcenter sind im Moment zu, wie kann man die Mitarbeiter erreichen? „Um die Gesundheit aller zu schützen, haben wir auf elektronische und telefonische Erreichbarkeit umgestellt. Wir konnten für unsere 18 Standorte und die sieben Standorte der Jugendberufsagentur über 30 neue Hotlines zusätzlich schalten. Darüber hinaus ist ein Kontakt per E-Mail oder auf dem Postweg möglich. Empfehlen möchte ich unbedingt den Service jobcenter.digi tal, um Veränderungen schnell und einfach online mitzuteilen oder Unterlagen einzureichen.“

Woher bekommt man jetzt Anträge? „Auf unsere Homepage www.team-arbeit-hamburg.de gibt es Antworten auf viele wichtige Fragen. Antragsformulare zum Download sind dort hinterlegt. Bald findet sich dort ein neuer verkürzter Antrag. Auf der Homepage sind auch die neuen Hotlines zum jeweils zuständigen Standort veröffentlicht.“

Kommen bewilligte Leistungen pünktlich an? „Die Zahlungen laufen wie gehabt. Da muss sich niemand Sorgen machen. Dank des neu aufgelegten Sozialschutzpakets erfolgen für die nächsten sechs Monate vorläufige Weiterbewilligungen automatisch. Bei Veränderungen wie Umzug, Heirat, Geburt eines Kindes müssen Unterlagen zugeschickt werden, gern über jobcenter.digital.“

Viele Menschen werden erstmals Leistungen beanspruchen, vor allem Selbstständige und Freiberufler. Auf welche Hilfen dürfen sie hoffen? „Für Selbstständige gibt es Unterstützung aus dem Schutzschirm des Hamburger Senats und der Bundesregierung. Das Jobcenter sichert den Lebensunterhalt und die Kosten der Unterkunft. Das beinhaltet den Regelsatz, Miete, Heizungs- und Betriebskosten sowie Sozialversicherungsbeiträge.“

Wie wollen Sie die große Anzahl von Neuanträgen bewältigen? „Die Anträge sind deutlich einfacher geworden: Statt der Offenlegung von Ersparnissen ist jetzt lediglich eine Erklärung nötig, nicht über größere Vermögenswerte zu verfügen. Ausgaben für die Wohnung werden für sechs Monate in tatsächlicher Höhe anerkannt. Umfassende Prüfungen der Angemessenheitentfallen jetzt. Das hilft uns natürlich enorm.“

3 KOMMENTARE

  1. Sehr geehrte Frau Schulz,
    sehr interessanter Artikel; jedoch besteht KLÄRUNGSBEDARF, meines Erachtens.
    Es geht um einen SOLO-SELBSTSTÄNDIGEN des Friseurhandwerks in Harburg, der momentan krankheitsbedingt
    nicht in der Lage ist, Ihnen persönlich zu schreiben.
    Deshalb frage ich Sie nun aufgrund seiner Bitte:

    – Corona-Soforthilfe HCS via IFB
    und

    – Erstattung von laufenden Betriebskosten etc. durch den Schutzschirm des Hamburger Senats

    …ist der Zugriff auf b e i d e „Töpfe“ möglich, oder gilt „entweder oder“ ?

    Sie erreichen mich auch telefonisch: 04168-8686

    • Hallo Herr Thiess,
      es freut mich, dass der Artikel für Sie interessant ist. Weitergehende Fragen müssten Sie direkt ans Jobcenter richten. Ich empfehle Ihnen die Corona-Hotline, zu erreichen unter 0800 45555 23.
      Viele Grüße,
      Emma Schulz

  2. Vereinfacht ist dort gar nichts. Musste über 250 Seiten hin schicken. Es kam eine Anruf, wie ich mir es Beruflich weiter vorstelle und ob ich schon Bewerbungen geschrieben habe. Dann kam eine Ablehnung. Also Einspruch. Jetz kam wieder eine Ablehnung also sitze ich jetzt wieder dran ein Einspruch einzulegen.
    Ich habe eine Kneipe die seit 16.03.20 geschlossen ist. Null Cent Einnahmen.
    Und wenn jetzt evtl einige Gastronomen aufmachen dürfen, zähle ich nicht dazu.
    Wenn der Laden mit der Soforthilfe überleben sollte, werde ich es privat wohl nicht.
    VEREINFACHT.

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