Wer wegen der Corona-Pandemie seine Miete nicht mehr zahlen kann, sollte schnell mit dem Vermieter und dem Jobcenter Kontakt aufnehmen empfiehlt Siegmund Chychla, Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg. Foto: archiv/rs
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Von Siegmund Borstel. Rund 720.000 Hamburger Mieterhaushalte mussten gerade die April-Miete überweisen. Angesichts der Corona-Pandemie haben sich bei vielen die finanziellen Verhältnisse so verschlechtert, dass das Geld fehlt – nicht nur für die laufende Miete. Um in Not geratene Menschen zügig unterstützen zu können, wurde ein Schutzpaket auf den Weg gebracht. „Wenn es nötig wird, helfen wir mit existenzsichernden Leistungen und der Übernahme von Wohnkosten für mindestens sechs Monate aus – und wenn es nötig ist, auch länger“, verspricht Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD).

Wie wird geholfen? Wohngeld wird schneller gezahlt, auch als Vorschuss. Bei der Grundsicherung wird das Verfahren vereinfacht, einige Nachweise sind nicht mehr nötig, Bescheide gelten für sechs Monate im Voraus. Bei jedem, der wegen der Corona-Pandemie Grundsicherung beantragt, wird für sechs Monate die komplette Miete übernommen – unabhängig von der Größe der Wohnung. Kurzarbeiter sollten prüfen lassen, ob sie jetzt Anspruch auf Wohngeld haben. Kinderzuschlag (KiZ) und Notfall-Kinderzuschlag helfen Familien mit kleinen Einkommen zusätzlich.

Ansprechpartner sind in der Regel die Jobcenter. Die Beratung erfolgt telefonisch. Die Jobcenter sind aber auch per E-Mail oder Post erreichbar. Mehr Infos gibt es auf team-arbeit-hamburg.de

Für voll erwerbsgeminderte Personen sowie Rentner sind die Fachämter für Grundsicherung und Soziales der jeweiligen Bezirke zuständig. Infos unter
 www.hamburg.de/behoerdenfinder

Gute Nachricht für Mieter: Die Kündigung eines Mietverhältnisses ist ausgeschlossen, wenn in der Zeit vom 1. April bis zum 30. Juni 2020 wegen der Corona-Pandemie die Miete nicht oder nicht vollständig gezahlt wird. Betroffene sollten aber „umgehend schriftlichen Kontakt mit ihren Vermietern aufnehmen und den Grund für die Nichtzahlung mitteilen“, rät Siegmund Chychla, Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg. „Zeitgleich sollte auch ein Antrag auf Übernahme der laufenden Kosten der Unterkunft beim Jobcenter oder dem Grundsicherungsamt gestellt werden.“

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