Gisella Pindinello produziert in ihrem Eimsbüttler Nähstübchen handgefertigte Schutzmasken. Foto: cvs
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Wenn Gisella Pindinello (79) ihre bunten Schutzmasken näht, dann kann man ihr bei der Produktion zusehen: zwei Quadrate Stoff à zwölf Zentimeter Kantenlange abschneiden, zusammennähen, Schnitt für die Einlage reinmachen, Gummischlaufen dran – fertig. Lediglich ein paar Minuten dauert die Herstellung der formschönen und äußerst farbenfroh gemusterten „mascherinas“ (italienisch für „Masken“). Bestimmt 100 oder auch 200 Mundschutze hat Gisella Pindinello, pensionierte Schneiderin, auf die Weise schon in ihrem mit Nähutensilien restlos vollgestopften Hobbystübchen ihrer Eimsbüttler Wohnung gefertigt – die genaue Zahl kennt sie selbst nicht. Jetzt, während der Corona-Krise werden die Masken an Freunde, Bekannte und Bedürftige verschenkt. „Wir möchten uns bedanken für die große Solidarität, die hier im Viertel herrscht und auch etwas dazu beitragen“, sagt sie.

Ihre Familie stammt aus einem kleinen Dorf in Süditalien, seit 55 Jahren leben die Pindinellos in Eimsbüttel. „Immer in der gleichen Straße“, erzählt die rüstige Seniorin. Auf die Idee mit den Masken sei sie gekommen, als sie mitbekam, dass auch in ihrem Heimatland Schutzbekleidung zu einem raren Gut wurde.

Ihre Tochter kaufte die erste Rolle Stoff – mittlerweile bekommen die Pindinellos bereits einen Teil des Materials gespendet. Einen echten, medizinischen Schutz bieten die Masken natürlich nicht. Allerdings scheint der Träger allein schon dadurch besser geschützt zu sein, dass andere Personen automatisch mehr Abstand wahren.

Pindinello ist Diabetikerin und verlässt selten das Haus

Gisella Pindinello gehört nicht nur aufgrund ihres Alters zur Corona-Risikogruppe, sondern auch aufgrund einer Krankheit – sie ist Diabetikerin. Seit mehreren Wochen lebt sie fast ausschließlich in den eigenen vier Wänden, nur manchmal geht sie in den Garten. „Das macht mir aber nichts aus, dafür habe ich ja meine Familie“, sagt sie. Ehemann und Enkel leben ebenfalls dort. Claudia Pindinello, die Tochter, betreibt im Nebenhaus das Restaurant „L’incontro“. „Die Zeiten sind hart“, berichtet sie. „Wir haben zwar einige Stammkunden, die Ihr Essen jetzt zum Mitnehmen bestellen. Aber davon leben – geschweige denn die Miete bezahlen – können wir noch lange nicht.“

❱❱ Wer Stoffe oder Stoffreste spenden möchte, kann sich im Restaurant „L’incontro“, Weidenallee 25, Tel. 430 02 46, melden.

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