In 119 A-Länderspielen hat Mathias Müller neun Tore geschossen. Bis zu den Spielen in Tokio werden hoffentlich weitere Einsätze dazukommen. Foto: privat/wsp

Von Jens Beeskow. Wegen der Coronakrise rollt auf den Hockeyplätzen derzeit keine Kugel mehr – bis mindestens Ende April. So ist zum Beispiel auch für den Hamburger Polo Club derzeit an Hockeytraining nicht zu denken. Das gilt im Prinzip auch für die Olympia-Kandidaten wie Mathias Müller im Kader von Trainer Matthias Witthaus. Der Verteidiger ist Olympia-Bronzemedaillengewinner 2016 in Rio de Janeiro, er galt bis zur Verschiebung der Spiele auf Sommer 2021 als nahezu sicherer Kandidat für Tokio.

Hamburger Nationalspieler dürfen in den Kraftraum

An eine Verbesserung der Trainingsmöglichkeiten ist derzeit nicht zu denken. „Es geht nur darum, den Fitnessstand, den man sich über Winter zugelegt hat, zu halten.“ Seit dem 20. März gäbe es allerdings die Genehmigung, im Olympiastützpunkt wieder zu trainieren. „Erlaubt sind Zweier- oder Vierergruppen im Kraftraum. Das findet unter Aufsicht statt, und die Geräte werden vor und nach der Einheit gründlich desinfiziert“, berichtet der 27-Jährige. „Ansonsten ist es schwierig mit dem Training. Bis jetzt ist noch einfaches Lauftraining möglich unter den gegebenen Vorsichtsmaßnahmen, Hockeytraining und Sprint-Einheiten gehen eben nicht. Und dann haben ja auch nicht alle Nationalspieler wenigstens diese Möglichkeiten.“

Der Rückrundenstart in der Bundesliga ist – Stand jetzt – auf Ende April verschoben. Trainer Witthaus vom Erstligisten Polo geht allerdings nicht davon aus, dass die laufende Saison in der Form zu Ende gespielt werden kann. „Das ist im Moment auch nicht wichtig, ob die Saison noch mal startet oder wir vielleicht im September direkt in eine neue starten“, so Witthaus (37). „Der Fokus liegt derzeit auf ganz anderen Sachen, und ich finde es völlig richtig, dass derzeit in allen Bereichen die Notbremse gezogen wird.“
Trotzdem liegen seine Spieler nicht auf der faulen Haut. Im Rahmen des gegebenen Spielraums und unter Beachtung aller Vorgaben hätten alle Spieler individuelle Trainingspläne bekommen. Das beinhaltet derzeit noch Laufeinheiten, solange es noch keine Ausgangssperre gibt, und dann sind die Übungen so ausgelegt, dass man sie auch zu Hause machen kann.

Auch im Club versuche man, so gut es geht die Leute zu motivieren, diese schwierige Situation durchzuhalten. „Keiner soll in seinem Kämmerchen dahin vegetieren. Wir wollen, dass alle zu Hause was machen und haben über die sozialen Medien oder über Videos kleine Challenges gestartet.“

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