Ein Leben ohne Vierbeiner ist für Stefanie Möhring nicht vorstellbar. Foto: Pfoten & Meer Stiftung
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Volker Stahl, Blankenese

„Der Anblick jedes Tieres erfreut mich unmittelbar, und mir geht dabei das Herz auf.“ Diesem Ausspruch des Philosophen Arthur Schopenhauer kann Stefanie Möhring, wie viele Menschen, beipflichten. Doch in einem wesentlichen Punkt unterscheidet sich die Architektin von den meisten: Sie liebt Tiere nicht nur, sondern setzt sich mit ihrer im Februar 2019 gegründeten Pfoten & Meer Stiftung auch aktiv für deren Wohl ein.

Unterstützung für kleine
und lokale Organisationen

Als ein Taxifahrer ihr beiläufig von Senioren erzählte, die sich die Tierarztkosten nicht leisten könnten, geriet Stefanie Möhring ins Grübeln. Die traurige Geschichte ging ihr tagelang nicht aus dem Kopf. Was tun? Bei einem Spaziergang mit ihrer Hündin Marie am Stand von Sylt reifte ihre Entscheidung, „etwas zu schaffen, das bleibt“. Dabei sei ihr die Gründung einer Stiftung in Sinn gekommen. „Hört sich an wie ausgedacht, ist aber wahr“, beteuert die 37-Jährige aus Blankenese. Als Stiftungszweck kam für die Naturliebhaberin nur etwas mit Tieren infrage, aber auch Menschen sollten von ihren Zuwendungen profitieren – tierhaltende Rentner mit schmalem Geldbeutel zum Beispiel.
Die Initialzündung, ihr Vorhaben zügig umzusetzen, gab der völlig überraschende Tod ihres Vaters im Alter von 67 Jahren. „In dem Moment wird einem schnell klar, dass Arbeit nicht alles ist. Es war ein Wink mit dem Zaunpfahl“, sagt Möhring. „Ich bin in einer sozial engagierten und sehr tierlieben Familie aufgewachsen, mit Kaninchen und Hunden. Wir hatten auch immer Tiere aus dem Tierheim.“ Ein Leben ohne Vierbeiner sei für sie undenkbar.

Im Gründungsjahr hat Pfoten & Meer der Tiertafel Hamburg gespendet, für jährlich 1.000 Euro eine Schweinepatenschaft bei der Sanctuary „Land der Tiere“ übernommen und querschnittgelähmten Vierbeinern vom Projekt „De Hun‘nenhoff“ 300 bis 400 Euro teure Hunderollstühle gesponsert, Luxusmodelle kosten sogar 600 Euro. Auch der Verein „Sozialfelle“ erhielt 500 Euro. Die Organisation hilft sozial schwachen Menschen, ihr Tier zu behalten, artgerecht zu versorgen und übernimmt in Notfällen die Tierarztkosten. „Wir möchten vor allem kleine lokale Organisationen unterstützen“, sagt Möhring, die sich vorher jede Einrichtung persönlich anschaut. Bei der Tiertafel zum Beispiel hat sie einen Tag lang bei der Futterausgabe geholfen. Zuletzt reiste sie sogar in die Schweiz, um die kleine Schweizer Organisation Ocean kennenzulernen, die sich für den Meeresschutz einsetzt und aktuell nach Alternativen zu Plastiktüten forscht. „Es ist sehr wichtig, seriöse und nachhaltige Projekte auszuwählen, denn der Ruf ist schnell ruiniert“, sagt Möhring, die stolz drauf ist, dass die Gelder ihrer Stiftung „eins zu eins“ bei den Begünstigten ankommen.

Acht bis zehn Stunden Arbeit investiert die leidenschaftliche Taucherin derzeit wöchentlich in ihre Stiftung. Dabei wird sie von zwei ehrenamtlichen Helfern aus dem Bekanntenkreis unterstützt. Die junge Frau, die bei einem auf Gewerbeimmobilien spezialisierten Unternehmen in der Hamburger City arbeitet, hat ein großes Ziel vor Augen: „Eines Tages möchte ich einen Hof gründen, auf dem alte Menschen glücklich zusammen mit Tieren leben.“ Womöglich so wie dereinst der greise Schopenhauer mit seinem Pudel Atman.

❱❱ www.pfotenundmeer-stiftung.de

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