Das in den 1970er-Jahren entstandene Gebäude mit dem Kl!ck Kindermuseum ist marode und muss dringend saniert werden. Foto: archiv/cvs
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Ch. v. Savigny, Osdorfer Born

„Ist das nicht toll?“, fragt Margot Reinig. Und gleich nochmal: „Ist das nicht toll?“ Wer die Leiterin des Kl!ck Kindermuseums im Osdorfer Born dieser Tage ans Telefon bekommt, gewinnt den Eindruck, es müsse Ostern mit Weihnachten zusammengefallen sein – so viel Freude sprudelt aus dem Hörer. Tatsächlich will die Kulturbehörde das in die Jahre gekommene Museumsgebäude aus Mitteln des investiven Quartiersfonds sanieren lassen. 600.000 Euro werden dafür zunächst bereitgestellt – eine weitere Million Euro soll folgen, wenn sich Senat und Bürgerschaft konstituiert haben. Den Löwenanteil mit gut fünf Millionen Euro steuert anschließend der Bund bei – sobald der Hamburger Anteil der Finanzierung steht.

„Im Kl!ck Kindermuseum können sich Kinder auf vielfältige Weise spielerisch mit spannenden Themen auseinandersetzen, die ihnen im Alltag begegnen“, sagt Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda. „Gut, dass wir den ersten Teil der Ko-Finanzierung der Bundesmittel für die Sanierung jetzt mit den Mitteln aus dem Quartiersfonds sicherstellen können. Den Rest werden wir dann nach Senatsbildung mit vereinten Kräften von Senat und Bürgerschaft schaffen.“

Das Kl!ck Kindermuseum wurde 1993 gegründet und befindet sich seit 2004 in den Räumen der Maria-Magdalena-Gemeinde am Achtern Born. Auf insgesamt 2.500 Quadratmetern können Kindern forschen, Musik machen, basteln und sich nach Herzenslust austoben. Über 50.000 zahlende Besucher kommen jährlich – plus etwa 15.000 Kinder aus dem Born, die keinen Eintritt berappen müssen.

Doch der – architektonisch interessante und denkmalgeschützte – Bau ist marode: Es regnet durch, Fenster sind nur einfach verglast, es zieht an allen Ecken und Ecken. „Energetisch ist das hier Mittelalter“, sagt Margot Reinig. So zahle man allein für Heizungskosten soviel wie für die Miete. „Und beim Thema Brandschutz schlägt die Feuerwehr die Hände über dem Kopf zusammen“, berichtet Reinig.

Um die Gelder gezielter einsetzen zu können, würde das Museum das Gebäude gerne der Kirche abkaufen. „Wir sind gerade in der Diskussion“, sagt Reinig. Die ersten Arbeiten am Dach sollen noch dieses Jahr beginnen. Der von der FDP Altona geforderte Neubau ist in der Zwischenzeit vom Tisch: „Nach den Ergebnissen einer Machbarkeitsstudie wäre ein Neubau deutlich teurer als eine Sanierung“, sagt Anja Bornhöft, Sprecherin der Kulturbehörde.

❱❱ Aufgrund der Corona-Epidemie bleibt das Kl!ck Kindermuseum ab sofort bis zunächst Ende April geschlossen.

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