Noch in diesem Monat soll über die Zukunft der Dreifaltigkeitskirche entschieden werden. Foto: mag
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Andreas Göhring, Harburg.
Noch in diesem Monat wird sich das Schicksal der evangelisch-lutherischen Dreifaltigkeitskirche an der Neuen Straße entscheiden. Am 17. März werden Vertreter der Kirchengemeinde Harburg-Mitte sich die eingereichten Konzepte anhören – und dann ganz allein entscheiden. Verwaltung und Bezirkspolitik dürfen allenfalls beratend tätig sein.
Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Barockkirche, die in den 60er-Jahren von den Architekten Ingeborg und Friedrich Spengelin wieder aufgebaut wurde, steht zwar mitten im Zentrum von Harburg, dennoch gibt es hier kaum noch Christen, die sie als Gotteshaus nutzen möchten.
Was tun? Vor einem Jahr hatte die Kirchengemeinde dem Gebäude erstmal ein Jahr Leerstand verordnet und gleichzeitig zu einem so genannten „Interessenbekundungsverfahren“ aufgerufen. Am liebsten hätte die Gemeinde das alte Gemäuer wohl verkauft. Dafür hatte sie einen Preis von 1,5 Millionen Euro aufgerufen. Das hätte ein Schnäppchen sein können – wenn die Kirche nicht unter Denkmalschutz stehen würde und der Bebauungsplan eigentlich nur eine sehr eingeschränkte Nutzung zulassen würde.
Tatsächlich soll es mindestens drei Interessenten geben. Das jüngste Angebot kam von Dagmar Overbeck, Bereichsleiterin Innovationsparks bei der Hamburg Invest Entwicklungsgesellschaft. Sie hatte die Idee, die Kirche in Zusammenarbeit mit der Helmut-Schmidt-Universität zu einem Treffpunkt für das geplante Harburger Innovationsquartier zu machen.
Eine eigens gegründete Genossenschaft um den Harburger Architekten Carsten Lünzmann und den Harburger Volkswirt Hein Diekmann will dagegen eine Harburger Lösung. Sie hat die Lage der Kirche mitten in Harburg zu ihrem zentralen Motiv gemacht. Lünzmann: „Die Dreifaltigkeitskirche kann zum Scharnier zwischen Harburger Innenstadt und Binnenhafen werden, vor allem wenn die in den jüngsten Visionen entwickelten neuen Verbindungen verwirklicht werden.“ Die Genossenschaft will die Kirche nach dem Vorbild der Kulturinitiative „3falt“ neu beleben, sie mit allen möglichen Kultur-events beleben, ein Café betreiben, vielleicht auch mal einen Gourmetmarkt zu organisieren, wo regionale Betriebe ihre Spezialitäten anbieten können.
Allerdings: Für einen Kauf fehlen der Genossenschaft zurzeit noch die finanziellen Mittel. Diekmann: „Wir bieten der Kirchengemeinde aber an, eine monatliche Pacht zu zahlen.“ .

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