Gemütliche Bibliothek im Seemannsklub Duckdalben der Deutschen Seemannsmission Hamburg-Harburg. Foto: wikimedia/Karl-Heinz Hochhaus
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Gaby Pöpleu, Waltershof.
„Die Zahl der Club-Besucher liegt konstant auf hohem Niveau“, fasst Anke Wibel, Leiterin des Seemannsklubs Duckdalben, Zellmannstraße 16, ihre Bilanz für 2019 zusammen. Daran könne man sehen: Die Seeleuten mögen ihr „kleines Zuhause“ auf großer Fahrt, wie Klubleiter Jan Oltmanns erklärt. Im Duckdalben spürt man aber auch, dass sich die Hafenwirtschaft wandelt.
2019 zählte der Club 32.837 Besucher, fast so viele wie 2018 (34.620 Besucher), im Durchschnitt 90 pro Tag, denn der Duckdalben hat an 364 Tagen im Jahr geöffnet. Die Seeleute kamen aus 106 Ländern, die meisten (15.910) von den Philippinen. Weitere starke Seefahrernationen sind Indien (5.175), die Ukraine (1.702), China (1.424). 224 Seeleute aus Deutschland besuchten den Seemannsklub.
Dabei bekommen Wibel und Oltmanns auch mit, wie es im Hafen so läuft: „Nach der Schifffahrtskrise 2007 hoffen Hafen und Reedereien auf Rückenwind. Derzeit ist die Branche von Fusionen geprägt, höhere Umweltauflagen und die Digitalisierung machen die Modernisierung von Schiffen und Anlagen notwendig“, sagt Oltmanns
Obwohl die Hafenunternehmen also viel Geld in ihre Firmen stecken müssen, gab es beachtliche Spenden für den gemeinnützigen Klub: Noch im Dezember 2019 hatten die Hafenbehörde „Hamburger Port Authority“ (HPA) und die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), die Elbe Lotsenbrüderschaft und die Firma vesseltrecker.com im Dezember größere Summen gespendet.
2019 war den Duckdalben-Mitarbeitern außerdem die Kampagne „Fair übers Meer“ besonders wichtig: Es geht um Umweltschutz auf See und menschenwürdige Arbeitsbedingungen, erklärt Anke Wibel, darum, wie die maritime Wirtschaft sauberer und doch wettbewerbsfähig sein kann.
Für den Duckdalben geht es derzeit um den „saubersten“ Antrieb für die klubeigenen Kleinbusse, mit denen die Seeleute von den Schiffen abgeholt werden, damit sie möglichst viel von der knapp bemessenen Landgang-Zeit haben. Immerhin rund 250.000 Kilometer wurden 2019 im Hafen gefahren. VW liefert keine keine erdgasbetriebenen Bullis mehr. „Wir würden uns freuen, auf E-Busse umzusteigen. Dazu brauchen wir aber Hilfe“, erklärt Anke Wibel.

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