Adam Bousdoukos vor den Zeise Kinos, dort ist er am 22. März um 20 Uhr zu Gast. Foto: KP Flügel

Von KP Flügel. Adam Bousdoukos, einer der Hauptdarsteller von Fatih Akins Langspielfilmdebut „Kurz und Schmerzlos“, freut sich riesig. Am Sonntag, 22. März, wird der Film im Rahmen der Reihe „Eine Stadt sieht einen Film“ auf 17 Kinoleinwänden zu sehen sein. „Das passt ganz gut, weil der Film lange nicht mehr auf DVD erhältlich gewesen ist. Das lag mit daran, dass irgendwelche Musikrechte ausgelaufen waren.“

Ein Gangsterfilm um drei Freunde im wilden Altona

Vor einiger Zeit wurde der 1998 gedrehte Film im Rahmen einer Aufführung von „Flexibles Flimmern“ im Beisein von Fatih Akin und ihm gezeigt. „Da hakte die alte DVD. Natürlich gab es die Frage, warum der Film nicht mehr zu sehen ist.“ Daraufhin habe sich der Regisseur entschieden, den „Film unter seine Fittiche zu nehmen. Mit Hilfe von Warner Brothers wurde das Material restauriert, digitalisiert, neu lichtbestimmt und mit neuem Sound versehen“, erzählt Adam Bousdoukos.

Kein Mädchen wollte mich
besuchen, wenn ich sagte, dass ich in
Altona wohne
Adam Bousdoukos,
Schauspieler

 

„Kurz und schmerzlos“ spielt im wilden Altona-Milieu der 1990er-Jahre und schildert die Geschichte einer Freundschaft. „Das Ganze verpackt in einen Gangsterfilm. Es geht um drei Freunde, die in Hamburg aufgewachsen sind und eine unterschiedliche Herkunft als Türke, Grieche und Serbe haben. Das wird nur am Anfang benannt, spielt aber weiter keine Rolle. Denn es sind Jungs aus Altona, die hier aufgewachsen sind. In den Neunzigern, in denen der Film spielt, und auch vorher, waren Ottensen oder Altona soziale Brennpunkte, ein hartes Pflaster. Kein Mädchen wollte mich besuchen, wenn ich ihr sagte, dass ich in Altona wohne.“

„Kurz und schmerzlos“ war der erste Spielfilm des heute 46-Jährigen. Auch seine erste Hauptrolle. „Für viele war der Film ein Startschuss.“ Schauspieler zu sein war für ihn schon immer ein Traum. Fatih Akin, der ihn auch in seinem Hamburg-Film „Soul Kitchen“ in der Hauptrolle besetzte, kannte er seit der Schulzeit. „Wir besuchten das Gymnasium Allee in Altona und hatten die gleiche Fremdsprache gewählt, Spanisch. Wir waren in einer Katastrophenklasse. Da haben wir gemerkt, dass wir beide dieselben Interessen haben, dieselben Filme mögen.“

❱❱ Am Sonntag, 22. März, läuft „Kurz und schmerzlos“ unter anderem im 3001, Abaton, B-Movie, Blankeneser Kino, Elbe Kino, FilmRaum, fux Lichtspiele, Lichtmeß, Metropolis, SchanzenKino 73, Studio und in den Zeise Kinos.
Termine und Gäste unter
www.eine-stadt-sieht-einen-film.de
21 Uhr Abschlussparty in der Fabrik mit DJ Mad, DJ Plazebo und Das Bo.

Die Vorführungen werden begleitet von Publikumsgesprächen mit dem Filmteam, Fotoausstellungen zum Film und einer Drehorttour in Altona mit Fatih Akin. Mit dabei sind bisher 16 Mitwirkende der damaligen Filmcrew, darunter die drei Hauptdarsteller Adam Bousdoukos, Mehmet Kurtulus, Aleksandar Jovanovic sowie die Schauspieler Idil Üner, Regula Grauwiller, Ralph Herforth, Oscar Ortega Sanchez. Außerdem Kameramann Frank Barbian, Komponist der Originalmusik Ulrich Kodjo Wendt, Castingdirektorin Sophie Molitoris, Kampfchoreograf Emanuel Bettencourt und die Produzenten Ralph Schwingel, Stefan Schubert und Daniel Blum sowie Lucy Fricke, damals verantwortlich für Script/Continuity, heute Schriftstellerin und Programmleiterin der Ham.Lit. KP

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