Helmut Korf (li.), Thomas Rieckmann (2. v. re.) und Matthias Anton-Retzlaff (re.) wohnen seit vielen Jahren im Veddeler „Warmwasserblock“. Askin Ayvaz (2. v. li.) vertritt seine Eltern, die hier leben. Foto: cvs

Aufatmen auf der Veddel. Der „Warmwasserblock“ wird nicht abgerissen, sondern denkmalgerecht modernisiert. Darauf haben sich wenige Tage nach der Hamburger Bürgerschaftswahl Stadtentwick-lungsbehörde, Kulturbehörde, Bezirk Mitte und Saga verständigt. Mit den Arbeiten wird voraussichtlich 2021 begonnen.

Der „Warmwasserblock“ an der Wilhelmsburger Straße/Am Gleise wurde in den Jahren 1929/30 nach einem Entwurf der Architekten Willy Berg und Max Paasche auf der Grundlage der städtebaulichen Planung des damaligen Oberbaudirektors Fritz Schumacher errichtet. Er soll das erste Gebäude auf der Veddel gewesen sein, in dem die Bewohner mit fließend warmem Wasser versorgt wurden. Seit Ende 2018 steht die Wohnsiedlung auf der Veddel unter Ensembleschutz.

Im Sommer 2015 hatte die Saga den „Warmwasserblock“ in seinem modernisierungsbedürftigen Zustand übernommen. In manchen Wohnungen sind Wände schimmelig, zeitweise fallen die Heizungen aus, ebenso das warme Wasser. Für Ärger sorgte der Umstand, dass die Saga nur sehr spärlich Informationen preisgab und bereits Abrisspläne kursierten. Mieter gingen auf die Straße und protestierten. Gespräche mit der Saga blieben ohne Ergebnis. Noch im Herbst 2019 wollte sich Saga-Sprecher Michael Ahrens nicht festlegen, ob das Gebäude saniert wird oder einem Neubau weichen muss.

Jetzt begrüßen alle Beteiligten den Erhalt des „stadtteilprägenden Ensembles“. „Ich bin froh, dass es uns gelungen ist, eine einvernehmliche Lösung zu finden, um den ,Warmwasserblock‘ zu bezahlbaren Mieten des ersten Förderweges von 6,70 Euro pro Quadratmeter zu erhalten“, kommentierte Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt zufrieden.

Die Vereinbarung sieht vor, dass das Erscheinungsbild des „Warmwasserblocks“ erhalten bleibt, gleichzeitig aber erforderliche bauliche und energetische Verbesserungen umgesetzt werden. Dabei werden Teilbereiche der Fassade ebenso im Originalzustand erhalten wie historisch bedeutsame Details, also etwa die Loggien oder auch die denkmalgerecht herzurichtenden Vorgärten.

Selbst Kristina Sassenscheidt vom Denkmalverein Hamburg lobt: „Wir freuen uns sehr, dass der Warmwasserblock nun denkmalgerecht saniert werden soll. Damit sichert die Stadt ein wichtiges Stück Hamburger Arbeiterwohngeschichte und kommt zugleich ihrer gesetzlich vorgeschriebenen Vorbildfunktion als Denkmaleigentümer nach. Es ist zudem ökologisch sehr sinnvoll, den Bestand weiterzunutzen und energetisch zu qualifizieren. So werden Ressourcen geschont.“

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