Viel zu zählen: Die Wähler konnten jeweils fünf Stimmen für die Landes- und die Wahlkreislisten abgeben. Foto: cvs
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Überdurchschnittliche Ergebnisse für die SPD, die vor starken Grünen liegt. In Eidelstedt, Lurup und dem Osdorfer Born gingen die Sozialdemokraten als klare Wahlsieger aus der Bürgerschaftswahl hervor, insbesondere Lurup bleibt mit 49,8 Prozent der Stimmen trotz Stimmenverlusten eine ihrer Hochburgen in Hamburg. Die Grünen legten besonders in Eidelstedt mit zehn Prozent stark zu, können die Vormachtsstellung der SPD mit 18,4 Prozent allerdings nicht gefährden. Ein ähnliches Bild ergab die Auszählung der Stimmen in Lurup und Osdorf.

Der Fischmarkt, der Hafen und der Osdorfer Born
Cansu Özdemirs
Lieblingsplätze
in Hamburg

Die Wahlbeteiligung ist im Vergleich zur Bürgerschaftswahl leicht gestiegen, liegt aber immer noch weit unter dem Hamburger Durchschnittswert von 62,8 Prozent. Der Altonaer SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Kazim Abaci hatte einen Wahlaufruf an Hamburger Migranten gestartet, um rechtspopulistische Parteien aus der Bürgerschaft herauszuwählen (das Elbe Wochenblatt berichtete). Am Osdorfer Born waren daher auch viele SPD-Plakate von Abaci zu sehen, dem der Wiedereinzug in die Bürgerschaft überzeugend gelang.

Abacis zweites Wahlziel wurde allerdings knapp verfehlt: Die AfD bekam einen Dämpfer, bleibt aber mit 5,3 Prozent knapp oberhalb der Fünf-Prozent-Hürde im Hamburger Landesparlament vertreten. Lurup war einer der wenigen Stadtteile, in dem die AfD geringfügig zulegen konnte. Sie holte 7,2 Prozent. Bei den Wahlen zur Bezirksversammlung im Mai 2019 hatte die Partei allerdings noch bei zehn Prozent gelegen.

190 Stimmen fehlten Philipp Heißner (CDU)

Viele Plakate sah man in Eidelstedt, auf denen der CDU-Kandidat Philipp Heißner zu sehen war. Der 35-jährige Hoffnungsträger der CDU wurde allerdings nicht wieder in die Bürgerschaft gewählt. „Am Ende waren es leider wohl rund 190 zu wenige, um erneut ein Wahlkreismandat zu erringen. Schade, aber wer sich zur Wahl stellt, muss immer auch damit rechnen, nicht gewählt zu werden“, kommentierte Heißner, der zum konservativen Flügel der Partei gehört, seine Niederlage auf Facebook.

In den Wahlumfragen war die Spitzenkandidatin der Linken, Cansu Özdemir, die beliebteste Oppositionspolitikerin. Im NDR-Kandidatencheck hatte die 31-Jährige als ihre Lieblingsplätze in Hamburg den Fischmarkt, den Hafen und den Osdorfer Born genannt. Ein solches Bekenntnis zum Born hat man aus der Politik noch nie gehört, aber der im Stadtteil aufgewachsenen Studentin nimmt man es ab. Özdemir sorgte dafür, dass mit Gregor Gysi nach SPD-Bundeskanzler Willy Brandt (1973) wieder ein bundesweit renommierter Politiker zu Besuch zu einer Wahlkampfveranstaltung am Born kam. Trotz der Unterstützung aus Berlin konnte die Linke in Lurup nicht mehr als ihr Hamburger Ergebnis von 9,1 Prozent einfahren. In Osdorf (6,7 Prozent) und Eidelstedt (8,1 Prozent) lag sie sogar darunter.

Ergebnisse nach Stadtteilen:

Eidelstedt
SPD 46,4 (54,1) -7,7
Grüne 18,4 (8,4) +10,0
CDU 11,5 (13,9) -2,4
Linke 8,1 (7,3) +0,8
AfD 6,9 (7,5) -0,6
FDP 3,1 (4,9) -1,8
Wahlbeteiligung 57,5 (53,2) +4,3

Lurup
SPD 49.8 (55,7) – 5,9
Grüne 15,2 (7,5) +7,7
CDU 9,7 (12,0) -2,3
Linke 9,1 (8,9) +0,2
AfD 7,2 (7,1) +0,1
FDP 3,4 (4,6) -1,2
Wahlbeteiligung 58,9 (54,3) +4,6

Osdorf
SPD 44.2 (47,5) -3,3
Grüne 18,8 (9,9) +8,9
CDU 13,5 (16,4) -2,9
Linke 6,7 (6,9) -0,2
FDP 6,5 (10,2) -3,7
AfD 5,6 (6,3) -0,7
Wahlbeteiligung 49,7 (44,5) +3,2

Vorläufige Ergebnisse der Bürgerschaftswahl, Angaben in Prozent. In Klammern zum Vergleich die jeweiligen Werte der Bürgerschaftswahl im Februar 2015.

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