Eine Infektion mit Coronaviren kann zu Krankheitszeichen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber führen. Bei einigen Patienten führt das Virus zu Atemproblemen und Lungenentzündung. Foto: Panthermedia

Das Coronavirus (auch bezeichnet als Sars-CoV-2; vormals 2019-nCoV) hat Hamburg erreicht. Am Donnerstagabend wurde ein Mitarbeiter der Kinderklinik des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) positiv auf das Virus getestet. Der Betroffene war erst am Sonntag aus seinem Urlaub im Trentino (Norditalien) zurück-gekommen. Er befindet sich zurzeit in stabilem Zustand in häuslicher Isolierung. Alle Personen, die mit ihm engen Kontakt hatten, werden auf den Erreger getestet.

Hintergrund: Die Hamburger Behörden und Krankenhäuser haben sich seit Wochen auf Coronafälle in Hamburg vorbereitet. Eine Task Force mit Vertretern der Krankenhäuser und der Kassenärztlichen Vereinigung wurde eingerichtet, im Bernhard-Nocht-Institut und im UKE wurden, so Dennis Krämer (Sprecher Gesundheitsbehörde), „die Kapazitäten hochgefahren.“ Bei einer größeren Anzahl von Erkrankten sei es jederzeit möglich, weitere Isolierbereiche auch in anderen Krankenhäusern einzurichten. In Flugzeugen werden bei Reisenden aus betroffenen Gebieten die Adressdaten erfasst. Das soll auch bei aus betroffenen Gebieten ankommenden Bahn- und Fernbusreisenden eingeführt werden.

Falls sich das Virus in Deutschland weiter ausbreitet, können Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz ergriffen werden. Dessen Zweck ist es, übertragbaren Erkrankungen beim Menschen vorzubeugen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern. Das Gesetz erlaubt zur Abwehr von Gefahren weitreichende Einschränkungen von Grundrechten – zum Beispiel bei der Freizügigkeit, der Freiheit der Person oder der Versammlungsfreiheit. So können Gebäude oder Regionen gesperrt oder auch Großveranstaltungen abgesagt werden.

Jeder kann selbst dazu beitragen, eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern – indem einfache Hygiene-Regeln beachtet werden:
– Halten Sie beim Husten oder Niesen mindestens einen Meter Abstand von anderen Personen und drehen Sie sich weg.
– Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch. Verwenden Sie dies nur einmal und entsorgen es anschließend in einem Mülleimer mit Deckel.
– Und immer gilt: Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände waschen!

Was tun, wenn man denkt, mit dem Virus infiziert zu sein? Keine Arztpraxis oder Notaufnahme aufsuchen, dadurch könnten im Zweifel andere Patienten angesteckt werden. Hamburger mit einschlägigen Symptomen, die in jüngster Zeit in betroffene Gebiete gereist sind oder die Kontakt zu Personen hatten, die infiziert sein können, können sich telefonisch in ihrer Arztpraxis oder unter den folgenden Rufnummern Rat holen:
–  428 284 000
– 115 (mo – fr, 7 bis 19 Uhr)
– 11 61 17
– 030-346465-100

Coronavirus – Fragen und Antworten

Das neuartige Coronavirus breitet sich in Deutschland immer weiter aus. In diesem Artikel werden die wichtigsten Fragen zum Virus beantwortet.

Was sind Coronaviren?
Coronaviren können sowohl Menschen als auch verschiedene Tiere infizieren, darunter Vögel und Säugetiere. Coronaviren verursachen in Menschen verschiedene Krankheiten, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu gefährlichen oder sogar potenziell tödlich verlaufenden Krankheiten.

Was ist die Ursache des Ausbruchs?
Man nimmt an, dass der Vorläufer des Virus von Wildtieren stammt. Derzeit wird davon ausgegangen, dass sich die ersten Patienten Anfang Dezember auf einem Markt in Wuhan in der Provinz Hubei (China) angesteckt haben, der am 1. Januar 2020 geschlossen wurde.

Welche Krankheitsanzeichen werden durch das Coronavirus ausgelöst?
Husten, Schnupfen, Halskratzen, Fieber, teilweise auch Durchfall. Bei den bisher hauptsächlich aus China berichteten Fällen waren vier von fünf Krankheitsverläufen mild. Bei einem Teil der Patienten kann das Virus mit einem schwereren Verlauf einhergehen und zu Atemproblemen und Lungenentzündung führen. Todesfälle traten allerdings bisher vor allem bei Patienten auf, die älter waren und/oder bereits zuvor an chronischen Grunderkrankungen litten.

Wie lange dauert es, bis die Erkrankung nach einer Ansteckung ausbricht?
Derzeit wird davon ausgegangen, dass es nach einer Ansteckung bis zu 14 Tage dauern kann, bis Krankheitszeichen auftreten.

Wie wird das Coronavirus übertragen?
Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt von Mensch zu Mensch über die Schleimhäute der Atemwege geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt kommen.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?
Wie bei Influenza (Grippe) und anderen Atemwegserkrankungen schützen das Einhalten der Husten- und Niesetikette, eine gute Händehygiene, sowie Abstand zu Erkrankten (etwa ein bis zwei Meter) auch vor einer Übertragung des neuartigen Coronavirus. Diese Maßnahmen sind auch in Anbetracht der Grippewelle überall und jederzeit angeraten.

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?
Im Zentrum der Behandlung der Infektion steht, die Beschwerden zu lindern. Eine spezifische, gegen das neuartige Coronavirus selbst gerichtete Behandlung gibt es derzeit noch nicht – ebensowenig wie einen Impfstoff.

Mehr Informationen gibt es im Internet auf
www.rki.de
www.infektionsschutz.de

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