Viel Verkehr: Auf der Ebertallee wird lediglich einspurig (pro Richtung) gefahren. Foto: cvs
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Von Christopher von Savigny. Für Alexandra Johannsen und Martina Esther Ohl ist die Situation vor ihrer Haustür schlichtweg eine Zumutung. „Ich finde es wahnsinnig gefährlich, insbesondere für Kinder“, sagt Johannsen, die eine sechsjährige Tochter hat. Seit dem Umbau der Kreuzung Luruper Chaussee/ Ebertallee („Ebertplatz“) vor einem knappen Jahr habe der Verkehr in der Ebertallee extrem zugenommen. Fast durchgehend herrsche Stau, Lkws reihten sich Stoßstange an Stoßstange. Die Anwohner leiden unter Lärm und Dreck. Die vielen Abgase lassen Hausfassaden und Fenster deutlich schneller schmutzig werden als früher. Selbst Wände vibrieren, wenn Brummis vorbeifahren. Der einzige Zebrastreifen, der über die Ebertallee hinüber in Richtung Grundschule Groß Flottbek führt, ist für Kinder zur Gefahrenstelle geworden. „Wenn die Lkws im Stau stehen, halten sie oft gar nicht an, sondern rollen immer weiter“, sagt Johannsen. „Kinder trauen sich dann nicht rüber.“

Ich mag gar nicht daran denken, wie es in den nächsten Jahren hier
weitergeht
Martina Esther Ohl,
Anwohnerin

Hintergrund für die Verkehrszunahme ist offenbar die kürzlich eingerichtete Baustelle auf der Luruper Chaussee für den A7-Autobahndeckel. Aber auch die großen Schilder, die die Autofahrer durch die Ebertallee in Richtung Autobahnauffahrt Othmarschen dirigieren, seien „viel präsenter“ als früher, meint Anwohnerin Ohl.

Tatsächlich wird die Ebertallee offensichtlich von vielen Fahrern als Umleitungsleitungsstrecke genutzt. Neu ist das allerdings nicht. „Der gesamte Streckenverlauf war schon vor dem Umbau, und ist auch weiterhin, vom Ebert-Platz über Ebertallee, Dürerstraße, Beselerplatz, Reventlowstraße und Walderseestraße bis zur Auffahrt Othmarschen eine Hauptverkehrsstraße und ein Autobahnzubringer“, erklärt Martin Roehl, Sprecher des Bezirksamts Altona. Seine Erklärung für die plötzliche Verkehrszunahme: „Aufgrund der langen Bauzeit für den Kreisel Notkestraße / Ebertallee war der Verkehr in der Ebertallee bis zum Osdorfer Weg lange Zeit stark eingeschränkt und führte dadurch während dieser Zeit zu wesentlich geringerem Verkehr.“

Laut Polizeirevier Notkestraße gab es bislang „keine Beschwerden“ was die Verkehrszunahme in der Ebertallee angeht. „Wenn Baustellen eingerichtet werden, muss man automatisch mit mehr Verkehrsstaus rechnen“, sagt ein Beamter. Die Bauarbeiten für den Altonaer Deckel sollen voraussichtlich bis 2028 andauern. „Ich mag gar nicht daran denken, wie es in den nächsten Jahren hier weitergeht“, sagt Anwohnerin Ohl.

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