Vorbild und Motivator: Roman Netzlaw. Foto: pr

Von Frieder Bachteler. Eine große Zahl von Hamburger Skilanglauf-Meisterinnen und -Meister im Schulbereich sind durch seine Schule gegangen. Zutreffend wäre auch: Sind durch seine Schule gelaufen. Das muss man erklären.

Roman Netzlaw trainiert die SkilangläuferInnen der Geschwister-Scholl-Stadtteilschule. Nun ist Hamburg, was das Skilaufen betrifft, von der Natur nicht gerade begünstigt, deshalb trainieren die jungen Sportler unter anderem. auf Rollskiern, und Roman Netzlaw, der in der GSST als Betriebsarbeiter tätig ist, ist vor Jahren auf die Idee gekommen, für das Training auch das langgestreckte Gebäude der Schule mit seinen beiden parallel laufenden Fluren zu nutzen. „Ski-Schule“ im doppelten Sinn also.

Der Sport ließ ihn nicht los. Hatte er zunächst im SV Lurup Fußball gespielt und als Trainer Mädchen-Fußball angeboten, wurde er später im SV Osdorfer Born aktiv. Schon seit 1993 gab es an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule eine Skilanglauf-AG, bei einem Qualifikationslauf wurde Netzlaws Tochter Valentina „entdeckt“ – es kam zur Bekanntschaft des Vaters mit dem für den Skilanglauf verantwortlichen Sportlehrer, und im Jahr 2000 stieg Roman Netzlaw als Trainer in das Projekt Skilanglauf ein.

Hamburger Schulmeisterschaft im Skilanglauf – das mag dem einen oder der anderen angesichts der schon erwähnten Hamburger Wetterverhältnisse skurril erscheinen. Und in der Tat: Neben dem Lauftraining und dem Training auf Roll-skiern braucht diese Sportart noch sehr viel mehr Enthusiasmus, Engagement und Organisation. Das reicht von regelmäßigen Trainingsfahrten in den Harz, in den letzten Jahren auch nach Bispingen in den Snow Dome, bis zur Beschaffung von Skiern, Skischuhen und -kleidung und der Suche nach Sponsoren. Oft genug hat Roman Netzlaw die jungen SportlerInnen im eigenen VW-Bus zum Training in den Harz gefahren.

Bei den jedes Jahr in Finsterau im Bayrischen Wald stattfindenden Skilanglaufmeisterschaften der Hamburger Schulen haben die Mädchen und Jungen der GSST fast 30 Meisterschaften im Einzel errungen, dazu mehr als 15 Mannschaftstitel und viele weitere vordere Platzierungen. Regelmäßig nehmen die GSSt-Mannschaften an den deutschen Schul-Meisterschaften, die im Rahmen von „Jugend trainiert für Olympia“ ausgetragen werden, teil, wo sie freilich gegen die Mannschaften aus den berg- und schneereichen Bundesländern einen ganz schweren Stand haben.

Roman Netzlaw ist ein guter Motivator, die Schülerinnen und Schüler, die er für den Skilanglauf gewinnen konnte, mögen ihren „Herrn Roman“. Netzlaw ist aber auch ein Trainer, der fordert und Leistung erwartet, wo er das Potenzial dafür sieht. Seiner Ansicht nach hat die „Trainingsmoral“ über die Jahre etwas nachgelassen, viele andere Interessen und Freizeitmöglichkeiten haben sich für die Jungendlichen ergeben. Netzlaw kann aber auch von „Problemschülern“ erzählen, die durch die Verbindlichkeit des Trainings und die sportliche Gemeinschaft in der Spur geblieben oder wieder in sie zurück gefunden haben.

Neben dem Skilanglauf kümmert sich der engagierte Trainer auch um die Jungen- und die Mädchen-Fußballmannschaft der Schule, mit denen er ebenfalls große Erfolge errang; zwei Mal konnten seine Mannschaften am Bundesfinale von „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin teilnehmen. Parallel zu diesen Aktivitäten im Schulbereich bietet Roman Netzlaw Skilanglauf auch im SV Osdorfer Born an und trainiert die Mädchen- und die Frauenfußballmannschaft des SVOB. Seine Tochter Valentina bietet im Ganztagsbereich der GSST Fußball an, seine Tochter Lena ist beim Skilauf dabei, einer seiner Söhne spielt Eishockey.

Die Bezirksversammlung Altona drückte ihre hohe Anerkennung für den Einsatz Roman Netzlaws aus, indem sie ihm 2012 den Altonaer Kinder- und Jugendpreis verlieh, wobei sie insbesondere sein Engagement für den Frauen- und Mädchenfußball hervorhob.

In diesem Jahr kann Roman Netzlaw auf 20 Jahre engagierter und erfolgreicher Arbeit als Skilanglauf-Trainer an der Geschwister-Scholl-Stadtteilschule zurückblicken. Er ist keiner, der über ein solches Jubiläum große Worte verlieren würde. Diese 20 Jahre sollten aber Anlass sein, ihm für seinen unermüdlichen Einsatz zu danken und ihm weiterhin Tatkraft und sportliche Erfolge zu wünschen.

Ein Wunsch des Trainers wird sich wohl demnächst erfüllen: Da die GSST nächstes Jahr durch einen Neubau ersetzt wird, verlieren die Skilangläufer ihre Rollski-Trainingsstrecke. Der „Born-Loop“, eine asphaltierte Rundstrecke, soll sie ersetzen!

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