Sperrmüll, Hausmüll, alte Teppiche - Abfall findet man auch säckeweise in Wilhelmsburg. Foto: pr
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Sebastian Grundke, Wilhelmsburg.
Er scheint allgegenwärtig – der Müll in Wilhelmsburg. Seit Jahren kämpfen Bürger, Stadtreinigung und Polizei mit erhöhtem Einsatz dagegen – offenbar ohne nachhaltigen Erfolg. Besonder viel davon findet man nach Angaben der Projektgruppe Stadtteilpflege des Bürgerhauses im Rotenhäuser Damm, in der Julius-Ertel-Straße, der Neuhöfer Straße, Zeidlerstraße. Auch als „Hot Spots“ bekannt: Veringstraße, Mannesallee und Vogelhüttendeich, vor allem also das Reiherstiegviertel.
2017 und 2018 wurden sieben von 31 registrierten Fällen illegaler Müllentsorgung in Wilhelmsburg aufgeklärt – rund 22 Prozent immerhin. Dabei kümmert sich die Polizei nur um jene Fälle, in denen illegal entsorgter Müll Menschen oder die Umwelt gefährdet.
Ansonsten sind Bezirksamt und Stadtreinigung zuständig. Laut Stadtreinigung wurden in 2019 auf der Elbinsel rund 850 Verschmutzungen gemeldet. Die Zahl ist demzufolge zuletzt leicht gestiegen. Als Ursache dafür sieht das städtische Unternehmen jedoch eine gewachsene Aufmerksamkeit der Bürger für das Problem. Bürger können Müllhaufen oder Sperrmüll am Wegesrand, in Hinterhöfen oder in der Natur unter anderem über die App der Stadtreinigung („Stadtreinigung Hamburg“ im App Store oder Play Store) melden.
Für die Stadtreinigung ist es schwer, die Täter zu finden. „Wenn wir Glück haben, ist auf einem Paket ein Adressaufkleber. Wir fragen im Umfeld der illegalen Müllablagerung, ob jemand etwas beobachtet hat“, sagt ein Sprecher der Stadtreinigung. Denn dort, wo illegal Müll hingelegt werde, würde der Nächste oft noch etwas dazu -schmeißen.
Außerdem sind „Waste Watcher“ der Stadtreinigung täglich in Wilhelmsburg im Einsatz, vor allem im Bereich Veringstraße und Vogelhüttendeich. Diese schauen nach den Verursachern von illegal abgelegtem Müll und leiten Verfahren ein. Doch sie kommen kaum gegen den Müll an: Für ganz Hamburg gibt’s nur dreißig Waste Watcher.
Im Wilhelmsburger Bürgerhaus setzt sich die Projektgruppe Stadtteilpflege mit dem Müllproblem auseinander. Sie kümmert sich auch um Müllhaufen auf Privatgrund: Denn die Stadtreinigung ist dafür erst einmal nicht zuständig. Christine Hill vom Bürgerhaus gibt sich optimis-tisch: „Ich habe den Eindruck, dass es in den letzten Jahren ein bisschen besser geworden ist.“
Es gäbe aber noch Orte, die stark vermüllt seien. Deshalb erwägt die Projektgruppe, häufiger Müllsammelaktionen mit Anwohnern zu organisieren.

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