An vier katholischen Schulen durften Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren zehn Tage vor der Bürgerschaftswahl bereits eine „Probe-Wahl“ durchführen. Foto: schommer
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559 Schüler unter 16 Jahren der katholischen Schulen
Harburg, Wilhelmsburg und Billstedt machten eine Probewahl

S. Borstel/C. Schommer, Hamburg-Süd.
Zehn Tage vor der Wahl des Hamburger Landesparlaments konnten Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren von der Katholischen Bonifatiusschule in Wilhelmsburg, der Katholischen Schule Harburg, dem Niels-Stensen-Gymnasium sowie der Katholischen Schule St. Paulus in Billstedt an einer Probewahl teilnehmen.
„Wir haben mit der U16-Wahl die Chance, den großen Abstand zur Politik, den viele Schüler haben, zu verringern. Es soll deutlich werden: Jeder kann sich aufstellen lassen und mitwirken. Das ist das Entscheidende“, erklärte Lehrerin Aninia Frahm (Bonifatiusschule).
„Ich finde das interessant, wie das so im echten Leben läuft, also wenn man älter ist und tatsächlich die Wahl hat“, meint Shanice, die den Tierschutz für ein wichtiges politisches Ziel hält. Mitschülerin Leandra nickt zustimmend und ergänzt: „Ich denke, wir könnten die Umwelt noch besser schützen, die Kohlekraftwerke ersetzen gegen erneuerbare Energien. Das könnte den Klimawandel stoppen.“
Daniel sprach sich für eine Mietpreisbremse aus. Tyler sah hingegen Handlungsbedarf beim Bau von Obdachlosenheimen, die auf leerstehenden städtischen Flächen entstehen könnten. „Dort sollte es auch warmes Essen und Kleidung für Bedürftige geben“, erläuterte der Zwölfjährige seine Vorstellungen. Welcher Partei er die Umsetzung dieses Plans zutraut, das blieb – wie im wahren Leben – sein
Geheimnis.
Klarer Sieger der U16-Wahl wurde der amtierende Bürgermeister Peter Tschentscher, dessen Hamburger SPD 28,0 Prozent der Stimmen errang. Als zweitstärkste Kraft folgten die Grünen mit Spitzenkandidatin Katharina Fegebank (17,3 Prozent). Die CDU um Marcus Weinberg erreichte 14,9 Prozent, die Linke 8,1 Prozent. Überraschend schaffte die Tierschutzpartei mit 5,7 Prozent aller abgegebenen Stimmen den Einzug in die „Hamburger U16-Bürgerschaft“, während die AfD und die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Insgesamt nahmen 559 Schüler an der U16-Wahl teil.

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