Neben dem Harburger Mercedes-Benz Werk soll ein Logistikzentrum entstehen, das durch einen Investor errichtet und dann von Mercedes angemietet wird. Foto: daimler.com
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NABU lehnt geplante Erweiterung des Mercedes-Werks in
Bostelbek ab und schickt Fragenkatalog an Bürgermeister

Olaf Zimmermann, Hamburg-Süd.
Umweltschutzverbände lehnen die geplante Erweiterung des Mercedes-Werks in Bostelbek entschieden ab. Nach dem BUND hat sich jetzt auch der Naturschutzbund (NABU) zu Wort gemeldet. „Es wäre höchst kontraproduktiv, einen so außergewöhnlich vielfältigen, wertvollen Lebensraum zu zerstören. Ein Bürgermeister, der Klimaschutz verspricht, muss sich für den Erhalt und insbesondere auch für die Vernässung von Moorflächen einsetzen”, mahnt Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg.
Hintergrund: Mercedes möchte sein Werk in Bostelbek erweitern. Die dafür vorgesehene Fläche ist rund 21 Hektar groß, liegt nordwestlich des Werksgeländes zwischen den Gleisen der Hafenbahn, dem Fürstenmoordamm und der A7.
Das Problem: Das Logistikzentrum soll in einem ökologisch höchst wertvollen Niedermoor entstehen. Der angrenzende Moorgürtel ist laut NABU mit über 1.000.000 Tonnen der größte Kohlenstoffspeicher Hamburgs.
Auf der neunteiligen Skala, die den Wert eines Biotops „festlegt“, bekommt das vorgesehene Gelände acht Punkte – der Biotopwert ist sehr hoch. Hier leben streng geschützte Tier- und Pflanzenarten. Dennoch haben SPD und Grüne in Harburg dem Vorhaben unter Auflagen zugestimmt.
Der NABU hat jetzt einen umfangreichen Fragenkatalog an Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) geschickt, in dem es um die Frage geht „Wie passen Klimaschutz-Versprechen und die Zerstörung von Moorflächen zusammen?“
Ganz konkret möchte der NABU wissen: Liegt bereits eine Ausnahmegenehmigung zur Zerstörung der wertvollen Lebensräume vor? Und wer ist überhaupt zuständig für das Vorhaben? Das Land Hamburg oder der Bezirk Harburg?
„Es macht keinen Sinn, andernorts für teures Geld unzureichenden Ausgleich zu schaffen. Kostengünstiger und zielführender für Klima und Natur wäre, auf solch unsinnige Projekte zu verzichten“, so Porschke.

Mercedes Werk
Im Mercedes-Werk in Bostelbek sollen vermehrt Teile für Elektroautos entstehen. Um die dafür benötigten Rohstoffe stets zur Verfügung zu haben, ist unmittelbar neben dem Werk ein neues Logistikzentrum mit Gleisanschluss geplant.
„Damit wird maßgeblich zur Wettbewerbsfähigkeit des Standorts und zur Sicherung der damit verbundenen Arbeitsplätze beigetragen“, sagt Mercedes-Sprecherin Bettina Buchholz. Im Mercedes-Werk Bostelbek sind aktuell rund 2.700 Mitarbeiter beschäftigt.

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