Eine hässliche Baulücke mitten in der Harburger Innenstadt. . Foto: mag
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Andreas Göhring, Harburg.
Mehr als zehn Jahre haben die Harburger auf den Abriss der maroden Immobilie gewartet. Das Harburg Center ist zwar endlich weg, aber jetzt ist es noch schlimmer als vorher. Mitten in der Harburger Innenstadt klafft eine große Lücke, eine wichtige Bushaltestelle ist verschwunden, der Rieckhof ist genau wie der Adese-Markt nur noch auf Umwegen zu erreichen.
Als Projektentwickler BPD das leerstehende Harburg Center 2017 kaufte, präsentierte er auch schnell seinen Neubau „HAR6“– zumindest auf dem Papier. 31 Mehr-Zimmer-Wohnungen, 203 Mikroapartments, zwei Ladengeschäfte und eine zweistöckige Tiefgarage sollten für eine Belebung des Harburger Rings sorgen.
So mancher wunderte sich zwar über die Mikroapartments. Aber der Projektentwickler sieht einen großen Bedarf für gut ausgestattete Ein-Zimmer-Wohnungen mit Kochnische in S-Bahn-Nähe. Immerhin würden mehr als die Hälfte der Wohnungen in Hamburg von Singles genutzt. Sie brauchten nach Feierabend doch nichts anderes als Platz für ihren Laptop, ein Bett und eine Gelegenheit, ihr Take-away-Abendbrot aufzuwärmen.

Wann geht’s los? Das wüssten wir auch gern
Michael Daase
BPD-Projektleiter

Trotzdem blieb auf der Brache in Top-Innenstadtlage alles ruhig. Hier und da wurden noch ein paar Leitungen verlegt, sonst tat sich seit Monaten nichts. Hinter den Kulissen qualmten aber die Köpfe. BPD hatte noch einmal nachgerechnet, fand plötzlich einiges zu teuer – wie zum Beispiel die schicke Freitreppe hin zur Seevepassage oder die Tiefgarage. Es folgten mindestens vier Verhandlungsrunden mit Bezirksamt und ausgewählten Bezirkspolitikern.
Inzwischen hat man sich geeinigt: Die Treppe wird gebaut, dafür wird auf ein Stockwerk der Tiefgarage verzichtet. Nun könnte es losgehen, aber erst mal muss das Bezirksamt den geänderten Bauantrag prüfen. „Außerdem müssen wir noch ein Bauunternehmen finden“, sagt der Hamburger BPD-Niederlassungsleiter Marco Pabst.
Das sei beim aktuellen Bauboom nicht so einfach. Und wann geht’s los? „Das wüssten wir selbst gern“, sagt BPD-Projektleiter Michael Daase. „Ich hoffe, noch in diesem Jahr.“ Und danach dauert es noch zwei Jahre. Dann ist die Lücke geschlossen.

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