53 Haltestellen auf einer Streckenlänge von insgesamt 24 Kilomtern will die CDU durch den Hamburger Westen führen: So modern soll die MetroTram aussehen. Grafik: CDU
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M. Greulich/Ch. v. Savigny. Läuft gerade nicht so für die CDU im Wahlkampf. In einer Umfrage des NDR rutschten Hamburgs Christdemokraten von 16 auf 14 Prozent ab. Und die „Sonntagsfrage“ zur Bürgerschaftswahl war noch vor den Ereignissen des 5. Februar in Thüringen gestellt worden. Da passt es ins Bild, dass auch die Initiative „Starten:BahnWest!“ (StBW) partout nicht auf den Stadtbahn-Zug der CDU aufspringen will.

„Die MetroTram gefährdet den Bau der S32. Wir lehnen sie daher ab“, heißt es von der Initiative aus Bahrenfeld, Lurup, Schenefeld und dem Osdorfer Born. Die Verkehrsexperten unterstützen den Bau der vom rot-grünen Senat beschlossenen S32, bis diese fertiggestellt wird, fordern sie unter anderem separate Busspuren (das Elbe Wochenblatt berichtete).

CDU-Spitzenkandidat Marcus Weinberg hatte seine MetroTram im Dezember im Altonaer Intercity Hotel als exklusive Lösung für den Hamburger Westen vorgestellt: „Wir wollen keine Diskussion über eine flächendeckende Einführung einer Stadtbahn, erkennen aber die Chancen und Perspektiven der regionalen Linienführung einer Metrotram.“ Die CDU versprach „eine kostengünstige Anbindung mit einer möglichen Bauzeit von unter fünf Jahren.“

Jürgen Beeck, StBW-Mitglied aus Bahrenfeld ist sehr skeptisch: Der CDU-Vorschlag komme Jahre zu spät und erst jetzt im Wahlkampf: „Die MetroTram ist für uns nichts weiter als eine Nebelkerze. Es ist im Grunde eine Konkurrenzveranstaltung. Das Ganze würde nur dazu führen, dass sich die S-Bahn-Planung wieder um zwei Jahre verschiebt!“ Der Luruper Udo Schult ergänzt, dass die MetroTram kaum einen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber dem Bus böte.

CDU, Schill-Partei und FDP kippten die Stadtbahn 2001

Die Mitglieder der Initiative „Starten:BahnWest!“ haben nicht vergessen, dass Pläne einer Stadtbahn Richtung Osdorf 2001 vom Senat aus CDU, den Rechtspopulisten der Schill-Partei und FDP gekippt worden waren. Später kam das Thema Stadtbahn unter der schwarz-grünen Koalition im Senat wieder auf, ehe es 2011 vom SPD-Senat unter Olaf Scholz beerdigt wurde.

Die StBW-Mitglieder verfolgen seit Jahrzehnten, wie sich die Schienenanbindung des Osdorfer Born immer weiter verzögerte, die Siedlung unter der von der TU Hamburg so beschriebenen „Mobilätsarmut“ leidet. Dass Gerhard Sadler die SPD-Wahlkampfbroschüre mit dem Versprechen „U-Bahn für Lurup“ 1974 aufbewahrte, dürften einige Genossen heimlich verflucht haben. Immer wieder konnten Sadler und seine Mitstreiter das einst gebrochene Wahlkampfversprechen damit illustrieren. Und – das darf hier verraten werden – auch dem Elbe Wochenblatt stellte er die eingescannte Broschüre zur Verfügung, die wir ebenfalls über die Jahre einige Male abdruckten.

Fraglich ist, ob Sadler, der auch Mitglied der Borner Runde ist, sich vom CDU-Vorschlag auf der heutigen Infoveranstaltung im Bürgerhaus Bornheide (s.u.) überzeugen lassen wird.

❱❱ CDU-Infoveranstaltung zur „Metrotram Altona“ am Mittwoch, 12. Februar, um 19 Uhr im Bürgerhaus Bornheide, Bornheide 76

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