21 Mitglieder sind geblieben: 18 von ihnen sind auf diesem Gruppenbild. Foto: pr
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Jasmin Bannan, Eidelstedt

Letzter Vorhang für die Volksspielbühne „die rampe“: Vom 22. Februar bis zum 1. März führt sie unter der Regie von Anita Bast das plattdeutsche Stück „Hier sünd se richtig“ im Eidelstedter Bürgerhaus auf. Nach 75 Jahren ihres Bestehens werden sich die Schauspieler in den Ruhestand verabschieden, weil es der Bühne an Nachwuchs mangelt.
Herman von der Heide, bereits seit 1963 dabei, erzählt: „Schon als Kind habe ich mit Begeisterung Weihnachtsmärchen der ,rampe’ angesehen. So war der Eintritt in unsere Bühne ein folgerichtiger Schritt.“
Er war ab 1970 im Vorstand des Vereins, ab 1981 Bühnenleiter und bis 2017 1. Vorsitzender. „Leidenschaftlicher Schauspieler und auch viele Male ,Speel-baas’ (Regisseur, Anm. d. Red.) diverser Aufführungen bin ich bis heute.“

Gegründet wurde der Verein am 5. Oktober 1945 unter dem damaligen Namen „Volksspielbühne Eidelstedt“, 1956 bekam der Verein seinen heutigen Namen. Seit Jahrzehnten ist der Verein dem Verband der Hamburger Amateurtheater angeschlossen.
Die ersten Aufführungen fanden im Gasthaus Lietz in Eidelstedt statt – Eintrittspreise 1945 bis 1947 oftmals ein Brikett, damit der Spielort geheizt werden konnte. Seit 1953 bis Mitte der 1960er-Jahre war das Hauptdomizil das Gemeindehaus Stellingen. Seit 1980 ist die „Heimatbühne“ das Eidelstedter Bürgerhaus. „Belegbar sind seit 1963 bis heute 159 Aufführungen. Seit 1945 bis 1963 kann man über den Daumen noch 50 dazu rechnen. Wir kommen so auf 209 Aufführungen. Im Eidelstedter Bürgerhaus sind es in den 40 Jahren immerhin 86 Aufführungen“, so von der Heide stolz.

In den Anfängen hatte das Amateurtheater 300 Mitglieder. Aktuell sind es 21. Das jüngste Mitglied – Katja Kähler – ist 42, die ältesten Mitglieder – Hasso Glenz und Hermann Otto – sind 84 Jahre. „Es ist uns nicht gelungen, jüngeren und vor allem dauerhaften Nachwuchs zu bekommen. Irgendwie war die jetzt beschlossene Auflösung – auch unter Berücksichtigung der umbaubedingten Schließung des Bürgerhauses – für uns der richtige Schritt“, sagt Herman von der Heide wehmütig.

Am Anfang wurde übrigens auch Hochdeutsch gespielt, seit 1970 widmen sich die Schauspieler mit großer Freude ausschließlich dem Niederdeutschen Theaterspiel. Von der Heide lacht: „Mit dieser Art des Theaters sind wir in Eidelstedt aber auch in anderen Stadteilen bekannt geworden und haben im Laufe der Jahre viele Freunde unseres Spiels gefunden.“

❱❱ Sonnabend, 22. Februar, um 18 Uhr (Premiere), Sonntag, 23. Februar, Sonnabend, 29. Februar, Sonntag, 1. März, jeweils um 16 Uhr, Eidelstedter Bürgerhaus, Alte Elbgaustraße 12, Tickets unter
Tel. 570 95 99 oder in der Geschäftsstelle der „rampe“ unter Tel. 04162/ 250 99 42 (Arno Bast) oder per E-Mail an
Arno_Bast@web.de

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