Sendungsverfolgung
Paket Tracking oder Warten auf Godot. Die Online-Sendungsverfolgung
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Heute soll er geliefert werden, der Bio-Cola Sirup aus Österreich. Im Kühlschrank sind Eiswürfel und zwei Sprudelflaschen zum Verdünnen. Gespannt warte ich vor dem PC und schaue auf die Online Sendungsverfolgung des Paketdienstes. Eine Deutschlandkarte wird auf meinem Monitor angezeigt, also im Land ist das Paket. Lange tut sich nichts, doch dann springt die Karte auf Hamburg, zoomt herein und ein „Paketauto“ wird angezeigt, das im südlichen Teil des Hamburger-Hafens parkt. In den Tracking-Infos werden auch die „Stopps bis zur Auslieferung“ angezeigt, noch 24 sollen es sein, dann bin ich dran. Jetzt geht’s los, der Cola-Junkie in mir übernimmt die Regie, ich bekomme feuchte Hände.

Nach ca. 30 Minuten des Wartens verschwindet das Auto plötzlich von der Karte. Wird wohl grade durch den Elbtunnel fahren und außerhalb des GPS sein, denke ich. Die Zeit vergeht, aber kein Paketauto wird angezeigt, der Monitor bleibt leer. Ich muss mal aufs Klo, aber vermutlich kommt genau in dem Augenblick der Paketbote, war immer so. Gegen Mittag mache ich mir langsam Sorgen, doch dann taucht der Lieferwagen auf der Karte im Bereich Altona auf. Im Tracking steht jetzt „Noch drei Stopps bis zur Auslieferung.“ Neugierig schaue ich aus dem Fenster und sehe wie ein Paketauto des beauftragten Dienstes zügig an meinem Haus vorbeifährt, dann 50 Meter weiter hält. Der Fahrer steigt aus, beladen mit Paketen. Warum hält er nicht erst vor meiner Tür?

Nach ein paar Minuten fährt der Wagen weiter. Ich schaue in die Tracking-Infos auf meinem PC und lese erstaunt: „Leider konnten wir Ihr Paket nicht zustellen. Der Empfänger wurde nicht angetroffen. Benachrichtigung wurde hinterlassen.“ Ist meine Türklingel kaputt oder das Namensschild abgefallen? Ich gehe die Treppen runter und schaue nach: Die Klingel ist ok und das Namensschild ist auch an seinem Platz, aber ich finde nirgends eine Benachrichtigungskarte.

Die Beschwerde-E-Mail schicke ich umgehend raus. In der Antwort entschuldigt man sich und verspricht den Vorgang zu prüfen. Mehr kann ich im Moment nicht tun, es bleibt nur die Hoffnung auf den morgigen zweiten Auslieferungsversuch. Meine Hände zittern, ich brauch den Stoff.

Am nächsten Tag schau ich mir das Tracking etwas genauer an. Die Sendungsverfolgung zeigt gegen 10 Uhr: „Noch 15 Stopps, Zustellung zwischen 10:39 und 11:39“ Das Paketauto wird wieder südlich der Elbe im Hafengebiet angezeigt. Um 11 Uhr zeigt das Tracking: „Noch 21 Stopps, Zustellung zwischen 11:33 und 12:03“ Mit jeder halben Stunde, verschiebt sich auch der Lieferzeitpunkt entsprechend. Die Angaben „Stopps bis zur Zustellung“ schwanken dabei zwischen Werten von 8 und 49. Das geht so weiter bis 14:30. Jetzt kommt die bekannte Meldung: „Leider konnten wir Ihr Paket nicht zustellen. Der Empfänger wurde nicht angetroffen. Benachrichtigung wurde hinterlassen.“ Mit dem Zusatz: Nutzen Sie die Änderungs-Optionen…sonst geht Ihr Paket zurück zum Absender. In den Änderungs-Optionen kann man sich dann aussuchen, in welchem Laden z.B. „Asia-Shop“ das Paket abgelegt werden soll. Dort könne man sich das Paket dann abholen und nach Hause tragen.

Anrufe bei der Hotline, oder E-Mails an den Paketdienst bringen keine Besserung. Stilles Mitleid mit dem unterbezahlten Fahrer kann auch keine Lösung sein. Die einzige Möglichkeit, die uns Verbrauchern bleibt, ist die Hilfe der Bundesnetzagentur anzufordern. Wenn wir schon mit dem Smartphone vor der Nase rumlaufen, können wir auch mal dorthin klicken und eine Beschwerde formulieren.

Kontakt und Online-Formular:
https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/Post/Verbraucher/VerbraucherservicePost/VerbraucherservicePost-node.html

E-Mail: verbraucherservice-post@BNetzA.de

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